Von der Haustür bis nach Spanien: Er war dann mal weg. Von der Haustür bis nach Spanien — und das in drei Monaten. Der Pensionist Johann Hasiwar marschierte den Jakobsweg.

Von Vanessa Bruckner und Leny Gyaky. Erstellt am 31. August 2018 (05:55)
BVZ
Fast geschafft. Auch Regen und Wind konnten Johann Hasiwar nicht aufhalten. Für ein Foto mit dem Grenzstein zwischen Frankreich und Spanien blieb dennoch Zeit. Felsenfest posierten beide Akteure.

Er gibt Dinge, die sind wie für die Pension gemacht. Wie zum Beispiel den Jakobsweg gehen. Das dachte sich auch der 61-jährige Pensionist Johann Hasiwar. Die Inspiration für die Wallfahrt kam ihm bereits vor 20 Jahren. „Ein Arbeitskollege schenkte mir ein Buch über den Jakobsweg“ erzählt der Grafenschachener.

Hasiwar war klar, dass die Reise viel Zeit in Anspruch nehmen würde, deshalb beschloss er, sich das Abenteuer für die Pension aufzuheben. Im April war es dann soweit. Mit dem Rucksack auf den Schultern und den Wanderschuhen an den Füßen ging die Reise los. Und zwar von Grafenschachen weg. „Ich bin von zuhause losgegangen, so will es die Tradition.“ Auf seinem Weg war der Vater von drei Kindern nicht immer alleine, ab der Schweizer Grenze begleiteten ihn vier Wanderer. „Von denen schaffte es allerdings keiner bis nach Spanien“, so Hasiwar.

Landschaft "wie aus dem Bilderbuch"

Auf seinem Weg erlebte der ehemalige Redakteur unglaubliche Dinge, die man so erst einmal erlebt haben muss. „Ich traf beispielsweise auf einen Mann, der sich den Fuß gebrochen hatte und brachte ihn zum nächsten Arzt.“ Übernachten durfte der Pilgerer auf seiner Wallfahrt bei gastfreundlichen Familien, in Klöstern und Burgen. Die Landschaft, die er während seiner Wallfahrt durchwanderte, war, so Herr Hasiwar „wie aus dem Bilderbuch“.

Am Ziel angekommen, verspürte der Südburgenländer, so berichtet er, „eine unglaubliche Freude und Erleichterung, wie ich sie noch nie zuvor erlebte.“ Der Pensionist schaffte die Strecke von 4.300 Kilometern in drei Monaten und vier Tagen — ohne einen Tag Pause. Die Reise war nicht immer einfach: Von Gewittern auf dem Arlberg-Pass bis hin zu Pfaden, auf die Steinbrocken stürzten und starken Schneestürmen — Hasiwar setzte tapfer weiter einen Fuß vor den anderen. „Als links und rechts von mir die Steine vom Berg rollten, hab ich aber schon auch einmal zum Schwitzen angefangen.“ Wegen seiner Familie, die ihn schon vermisste, entschied er sich dann aber, für den Heimweg das Flugzeug zu nutzen.