Kinder müssen bei Kälte vor Schultür warten

Volksschüler warten bei Minustemperaturen vor der Schule. Mutter klagt an - Zuständige des Schulwesens aber auch.

Vanessa Bruckner Erstellt am 09. März 2018 | 05:53
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Schule Winter
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Es ist eine verzwickte Situation für die „Erwachsenenfront“ in dieser Gschicht. Für die Kinder darin eine kalte. Dies bitte, im doppelten Sinne zu verstehen, aber der Reihe nach: Katja Muhr, Mutter eines Volksschulkindes in Großpetersdorf, kann einfach nicht verstehen, warum ihr Kind, gemeinsam mit allen anderen „Frühankömmlingen“ täglich zehn Minuten lange, bei den aktuell eisigen Temperaturen, vor der Schule warten muss.

Grund dafür: Die Schulbusse, mit denen viele Kinder zur Schule fahren, kommen teilweise schon um 6.55 Uhr an, die Schule öffnet allerdings erst um 7.05 Uhr ihre Pforten. „Weil da erst die Aufsichtspflicht der Lehrer beginnt“, berichtet „Mama“ Katja Muhr.

Zehn Minuten Wartezeit für Schüler

Heißt also, die Schulkinder müssen während dieser Zeit, also rund 10 Minuten, vor verschlossener Tür warten. „Im Normalfall ist das nicht schlimm und auch kein Thema, aber bei den eisigen Temperaturen der letzten Woche, ist das, meiner Meinung nach, eine Zumutung für die Kinder“, so Muhr. Bereits letzten Winter, als es auch so extrem kalt war, haben sie und andere Eltern die Schule deshalb um eine Lösung gebeten.

Die besorgte Mutter: „Damals hieß es von der Direktorin, wir sollen die Kinder wärmer anziehen und mit unserem Anliegen zum Bürgermeister gehen, der wiederum fühlte sich aber auch nicht zuständig.“

Fakt ist allerdings, dass in der Zeit, wo die Kinder vor der Schule warten, die Aufsichtspflicht der Lehrer noch nicht begonnen hat, und somit die Gemeinde dafür Sorge zu tragen hätte, dass für diese Zeit eine Aufsicht da ist.

Keiner will sich bei der Geschichte verkühlen

Die Direktorin der Volksschule, Alexandra Baumgartner, erklärt ihre Sicht der Dinge wie folgt: „Wir haben bereits am zweiten kalten Tag der vergangenen Woche die Schüler früher in das Gebäude gelassen, es musste kein Kind draußen stehen bleiben und Kälte leiden.“

Katja Muhr kontert: „Die Kinder durften lediglich in den kleinen Zwischenraum, der sich durch die beiden Eingangstüren ergibt. Dort zieht es, aufgrund der beiden Glastüren, wie in einem Vogelstall, die Lösung ist also nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Keiner von uns Eltern sagt etwas, wenn unsere Kinder sonst während des Schuljahres in der Früh ein paar Minuten warten müssen, bis die Lehrer die Schule aufsperren. Aber in den paar Tagen, wo es im Jahr wirklich bitter kalt ist, sollte es doch selbstverständlich sein, dass man die Kinder früher reinlässt - und nicht zwischen die Türen stellt.“

Bezirksschulinspektor Alfred Lehner appelliert sowohl an die Eltern als auch an die Verantwortlichen der Volksschule: „Wenn es Probleme gibt, muss man sich an einen Tisch setzen und gemeinsam an Lösungen arbeiten. Befindlichkeiten soll man ausdiskutieren und nicht sofort damit an die Öffentlichkeit gehen, denn die Leidtragenden bleiben am Ende immer die Kinder. Bei mir hat sich noch niemand zu diesem konkreten Fall gemeldet, ich höre zum ersten Mal von dem Problem.“