Legende in Pension: Suche nach Kalchbrenner-Nachfolger . Postenkommandant Adolf Kalchbrenner geht in den Ruhestand. 40 Jahre mit Blaulicht, Uniform und ganz viel Herz.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 12. Dezember 2018 (04:23)
zVg
In den Ruhestand. Adolf Kalchbrenner (2.v.r.) wurde von Polizeidirektor Martin Huber, Bezirkspolizeikommandant Oskar Gallop und Werner Gabriel verabschiedet.

Ein Bankbetrüger, der sich persönlich nach seiner Haftentlassung bei jenem Polizisten bedankt, der ihn hinter Gittern gebracht hat. Gibt´s nur in Hollywood? Nein, diese filmreifen Szenen haben sich im Leben von Kontrollinspektor und Polizist Adolf „Adi“ Kalchbrenner zugetragen. „Das war 1985, als ich die beiden Täter auf frischer Tat in einem Postamt festgenommen habe und noch zu Fuß mit ihnen durch den Ort bis zum Polizeiposten marschiert bin. Es hieß damals, die Täter seien bewaffnet und sie wurden sogar international gesucht,“ erinnert sich der heute 63-Jährige.

Die Betrüger saßen daraufhin viele Jahre im Gefängnis. „Am Tag ihrer Entlassung, kam einer der beiden zu mir in die Polizeistation und hat sich dafür bedankt, dass seine Festnahme damals so glimpflich verlaufen ist“, erzählt Adi Kalchbrenner. Und überhaupt hätte der frischgebackene Pensionist nach über 40 Jahren als Polizist, Geschichten für ein ganzes Buch zu erzählen.

„Dorfgendarm war stets ein Freund und Helfer“

Polizist war immer sein Traumberuf, dabei stand die soziale Komponente für den Großpetersdorfer stets im Vordergrund. „Als ich 1977 in Rechnitz angefangen habe, war der Dorfgendarm noch Freund und Helfer. Diesen Gedanken habe ich, meine gesamte Dienstzeit hindurch versucht, weiterzutragen.“ Dass man in diesem Beruf auch viel Leid sieht, weiß Kalchbrenner wie kaum ein anderer zu berichten.

Deshalb gründet der Polizist mit Herz im Jahr 1985 auch den Sozialverein „Fair Help“, mit dem er seit nunmehr 33 Jahren Menschen in Not hilft. Und der Adi wär nicht der Adi, wenn er wirklich in den Ruhestand gehen würde. „In der Pension will ich mich vorrangig im Zivilschutz engagieren und weiter die Musikschule besuchen, damit ich am Heiligen Abend die ersten Weihnachtslieder auf meiner Ziehharmonika mit meinen Enkeln zum Besten geben kann.“