Gabriela Ringhofer: Letzte Glöcknerin nimmt Abschied

33 Jahre und acht Monate läutete Gabriela Ringhofer die Glocke händisch. Ihr folgt nun eine elektronische Glocke.

Erstellt am 12. Dezember 2020 | 15:29
Gabriele Ringhofer
Läutete das letzte Mal händisch. Gabriele Ringhofer.
Foto: Lexi

Es war eigentlich nur ein Zufall, dass Gabriele Ringhofer den Job der Glöcknerin übernahm. „Nachdem meine Vorgängerin operieren gehen musste, trat sie an mich heran und fragte mich, ob ich mir das vorstellen könne“, berichtet Ringhofer. Sie wohnt gegenüber der Kirche, für sie gab es keine größeren Umstände, die Tätigkeit zu übernehmen. „Ich ging zweimal über die Straße, um jeweils, um 12 und 18 Uhr die Glocken in Bewegung zu setzen. Bei Begräbnissen musste ich sie natürlich auch händisch betätigen“, erzählt die 64-Jährige.

Für sie ist es derzeit noch eine große Umstellung, „ich denke aber, dass mir das Läuten in der Zukunft nicht abgeht“, schmunzelt Gabriele Ringhofer. Sie bediente die Glocke seit dem 1. April 1987, nur wenige Tage in diesen 33 Jahren und acht Monaten ertönte die Glocke nicht. Auch bei Todesfällen war sie im Einsatz. Dann gibt es das sogenannte „Ausläuten“ und während eines Begräbnisses erklingen ebenfalls die Glocken. Am Mittwoch, 2. Dezember, wurden die Glocken das letzte Mal per Hand von ihr geläutet. Einen Tag später wurde von der Firma Grassmayr ein elektrisches System installiert.

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Über einen sogenannten Linearantrieb wird zukünftig die Glocke geläutet. Die Aufwendungen belaufen sich auf rund 5.000 Euro, die evangelische Kirchengemeinde Günseck/Holzschlag beteiligt sich mit 1.500 Euro. „Für Begräbnisse wird eine Funkfernbedienung installiert, um ohne zusätzliches Personal die Glocke bedienen zu können“, erklärte Ortschef Christian Pinzker.