Letzter Nahversorger: Greißler sperrte zu

Nach 94 Jahren schloss das Kaufhaus Werderitsch am Samstag seine Pforten. Gemeinde sucht Lösung.

Vanessa Bruckner Erstellt am 17. Februar 2017 | 05:33
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Urig. Knapp vor Erreichen der 100-Jahr-Marke schloss der letzte Nahversorger in Hannersdorf.
Foto: BVZ, Werderits

Zum Abschied stand die Chefin selbstverständlich noch einmal persönlich hinter der Kassa. 1923 gründete Maria Gabriels Vater das Kaufhaus in Hannersdorf.

Sie selbst übernimmt den Laden im Alter von 35 Jahren und ist nach dem frühen Tod ihres Mannes schnell damit auf sich gestellt. Bis Samstag wurde das Geschäft als Familienunternehmen geführt. Nun musste man schließen. „Aus gesundheitlichen und wirtschaftlichen Gründen“, wie Frau Gabriel informiert. Ihren letzten Arbeitstag verbrachte die rüstige Unternehmerin mit einem lachenden und einem weinenden Auge: „Natürlich ist so ein Abschied wehmütig, aber es geht einfach nicht mehr weiter. Es waren noch sehr viele Leute und Stammkunden da, das hat mich natürlich gefreut.“

Ein Nahversorger ist weit mehr als ein bloßes Geschäft, es ist ein Treffpunkt für die Menschen im Ort, ein Kommunikationszentrum. Ein Fakt, dem sich auch Hannersdorfs neuer Bürgermeister Roland Gabriel bewusst ist. „Es wird nicht einfach, eine Lösung zu finden. Vielleicht findet sich ein neuer Pächter. Oder man organisiert einen fahrenden Laden für die ältere Generation. Wir sind noch am Tüfteln“, so der Bürgermeister.