Steinbruchbetreiber beunruhigt: Streusystem „splittet“. Die Bedeutung des Streusplitts beim Winterdienst nimmt ab. Wirtschaft schlägt Alarm, Land beruhigt.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 20. Januar 2017 (08:26)
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7.000 Tonnen Streusplitt werden auf Burgenlands Landesstraßen in einem durchschnittlichen Jahr aufgebracht. Und 8.800 Tonnen Salz. Das wiederum beunruhigt die Betreiber heimischer Steinbrüche, wo der Splitt abgebaut wird.

„Die Produktion ist definitiv rückläufig und auch wenn der Splitt nur ein Standbein von uns ist, so spüren wir das natürlich in unseren Geschäftsbüchern“, berichtet Clemens Weinhandl, Eigentümer der Pinkataler Schotterwerke und kritisiert dabei das Land Burgenland: „Die setzen vermehrt auf Streusalz, was für die insgesamt sechs heimischen Betriebe, die Splitt abbauen, natürlich wirtschaftlich nicht gut ist.“

Gegensätzliche Aussagen

Etliche Studien belegen, so der Branchenvertreter, dass Salz für Oberflächen und Grundwasser schädlich ist. Splitt sei, so Weinhandl, „die umweltfreundlichere Variante. Denn der Staub, der beim Einsammeln des Splitts entsteht, ist kein Feinstaub. Man verwendet dazu vermehrt Hartgestein, wo der Abrieb äußerst gering ist, und die Staubbelastung demzufolge ebenso.“

„Ziemlich ganz anders“ sieht die Thematik wiederum Rüdiger Knaak von der Landesstraßenverwaltung. „Mir ist keine Studie bekannt, die besagt, dass es Umweltschäden aufgrund des Einsatzes von Streusalz gibt. Ökologisch ist es unbedenklich. Das rührt auch daher, weil ich viel weniger Salz als Splitt brauche. Mit Splitt habe ich außerdem immer Restschnee auf der Fahrbahn. Salz bietet als Streumittel mehr Sicherheit.“ Umwelttechnisch und wirtschaftlich betrachtet, sieht die Rechnung für Knaak so aus: „Die Sicherheit auf unseren Straßen hat die höchste Priorität.“