Psychosozialer Dienst hilft Jugendlichen. Depressionen, Verhaltensauffälligkeiten, Mobbing - Probleme mit denen viele Jugendliche und ihre Familien zu kämpfen haben.

Von Rosa-Stefanie Nutz. Erstellt am 10. August 2019 (03:27)
Der Psychosoziale Dienst bietet Hilfe an. Rund 15 Mitarbeiter, unter anderem Ärzte und Psychologen, kümmern sich am Standort Oberwart um die Kinder und Jugendlichen.
Rosa Nutz

Sofort beim Eintreten fällt die familiäre Atmosphäre in den Räumlichkeiten des Psychosozialen Dienstes Burgenland in Oberwart auf. Sylvia Kaschnitz informiert im Gespräch über Themen, die sonst noch oft stigmatisiert werden.

Angebot richtet sich an 0 bis 18-Jährige

Von Autismus bis Suchtproblemen bei Jugendlichen, Kindesschutz und Depressionen. „Unser Angebot richtet sich an alle 0 bis 18-Jährigen und natürlich deren Eltern, wir fertigen Diagnosebilder an und arbeiten auch mit Entwicklungsdiagnostik“, so die Ärztin.

Doch wann durchlebt ein Kind nicht mehr nur eine Phase und „spinnt a bisserl rum“ sondern braucht professionelle Hilfe? Der Übergang ist laut Sylvia Kaschnitz fließend, es ist eine Kunst herauszufinden, was wirklich in den Heranwachsenden vorgeht. Ganz wichtig: Interesse an den Gefühlen und Problemen zeigen und seinen Kindern klar vermitteln: Psychische Erkrankungen sind nichts, wofür man sich schämen muss!

Bei der Unterstützung soll vor allem das Kind oder der Jugendliche selbst im Mittelpunkt stehen, nichts wird ohne sein Einverständnis beschlossen oder gemacht, Eltern können aber gerne einen Beratungstermin vereinbaren, um sich genauer über die Vorgehensweise zu informieren. Diese hat allein im letzten Jahr rund 500 jungen Menschen geholfen wieder auf ihren Weg zu finden, auch wenn der nicht immer gerade ist.

"Bei der Unterstützung soll vor allem das Kind oder der Jugendliche selbst im Mittelpunkt stehen"

„Aber genau das macht meinen Beruf auch aus, ich darf die Kinder begleiten, mit ihnen in Beziehung treten und mit den Klienten gemeinsam wieder ihr Ziel ansteuern“, erzählt Kaschnitz. Um noch mehr Kinder und Jugendliche zu erreichen, würde sich der psychosoziale Dienst auch über die Zusammenarbeit mit Schulen und Lehrern freuen. Damit Mobbing, Depression und andere psychische Erkrankungennicht länger ein Tabuthema bei jungen Menschen bleiben!