Luther am Dachboden entdeckt

Hans Piff findet Notenblätter einer in Vergessenheit geratenen Hymne auf Martin Luther. 40 Jahre später löst er das Rätsel.

Vanessa Bruckner Erstellt am 11. März 2018 | 05:30
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Seltenheitswert. Vor 135 Jahren wurde das Stück „Luther Hymne“ anlässlich des 400. Todestages des Reformators Martin Luther verfasst. Früher sogar in Schulen gesungen, ist sie dann in Vergessenheit geraten.
Foto: BVZ, Vanessa

„Oft sitzt er bis vier Uhr Früh, weil er einfach nicht aufhören kann zu suchen“, bringt es die Ehefrau von Hobby-Historiker Hans Piff schmunzelnd auf den Punkt.

Wen verwundert es da noch, dass ausgerechnet der Sherlock Holmes des Südburgenlandes 135 Jahre alte Notenblätter mit dem Titel „Luther Hymne“ auf seinem Dachboden findet?

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Musikbegeistert. Hans Piff liest den Text der Luther-Hymne vor, die in Kurrentschrift verfasst wurde.
BVZ

Dass der 67-Jährige natürlich noch in derselben Sekunde wissen wollte, was es mit dem Fund auf sich hat, war klar. Allerdings hat es dann doch „ein Randerl“ – konkret 40 Jahre lang – gedauert, bis Hans Piff die Antwort darauf bekam, was es mit dem Musikstück in seinen Händen auf sich hat.

Hymne anlässlich des 400. Todestages

Der Experte erinnert sich: „Mein Dachbodenfund beschränkte sich auf nur eine einzige Strophe der Luther Hymne. Kürzlich erst, also ganze vier Jahrzehnte später, bin ich in einem Antiquariat in Deutschland, auf Notenblätter mit exakt dem gleichen Titel gestoßen und hielt dann endlich das ganze Musikstück in den Händen.“

Laut Hans Piff wurde die sogenannte Luther Hymne, ein spätromantisches Werk, vor 135 Jahren anlässlich des 400. Todestages des Reformators Martin Luther vom Komponisten Franz Abt verfasst.

„Abt schuf über 3.000 Musikstücke, hauptsächlich Chorwerke. Der Text zur Luther Hymne stammt von Wilhelm Brandes und laut meinen Recherchen wurde die Luther-Hymne zu jener Zeit als sie verfasst wurde, auch regelmäßig an unseren Schulen gesungen“, weiß Piff mittlerweile und fügt an: „Umso mehr verwundert es, dass dieses schöne Musikstück danach komplett in Vergessenheit geraten ist.“