Zwei Steirer nach Mordversuch an Frau aus Bezirk Oberwart vor Gericht

Erstellt am 09. Juni 2022 | 12:04
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Foto: Von 3drenderings, Shutterstock.com
Eine brutale Home Invasion Anfang November 2021 in Eggersdorf bei Graz wird seit Donnerstag im Grazer Straflandesgericht aufgearbeitet: Zwei Männer müssen sich wegen versuchten Mordes verantworten. Sie sollen eine 55-jährige Großmutter aus dem burgenländischen Bezirk Oberwart, die gerade auf ihr dreijähriges Enkelkind aufgepasst hatte, überfallen und mit Baseballschläger und Messer lebensgefährlich verletzt haben.
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Die Verhandlung ist für mehrere Tage anberaumt.

Die 55-Jährige hatte am 4. November ihre Enkeltochter in deren Wohnort in Eggersdorf (Bezirk Graz-Umgebung) beaufsichtigt, als die Täter sie beim Müllhinausbringen abpassten und in das Haus kamen. Sie schlugen auf die Frau ein und fügten ihr mehrere schwere Stichverletzungen am Rücken zu. Dann ließen sie ihr Opfer einfach liegen und durchsuchten sämtliche Räume nach Wertgegenständen. Nach einer Weile flüchteten sie samt Beute und einer von ihnen mit dem Pkw des Opfers.

Die Frau konnte noch selbst Angehörige verständigen, welche sofort die Rettungskräfte alarmierten. Die 55-Jährige wurde vom Rettungshubschrauber ins LKH Graz geflogen und notoperiert. Sie überlebte trotz massiver Verletzungen. Die Enkelin blieb unverletzt. Zwei Oststeirer im Alter von heute 44 und 50 Jahren wurden wenig später von der Polizei geschnappt. Die mehrfach vorbestraften Angeklagten hatten sich bei einem früheren Gefängnisaufenthalt kennengelernt und dann offenbar schon länger Pläne für einen Raub geschmiedet. Beide stritten den Überfall nach den Festnahmen aber ab.

Die Staatsanwältin klagte versuchten Mord an: "Sie haben die Frau überfallen, ausgeraubt und haben versucht, sie zu töten." Einer der Angeklagten kannte das Haus aus dem Verwandtenumfeld und wusste, dass es dort einen Tresor und Schmuck zu holen gibt. Einer von ihnen soll bei dann bei dem Überfall mit dem Baseballschläger auf den Hinterkopf der 55-jährigen eingeschlagen haben, sodass dieser zerbrach. Dann wurde auf das Opfer gleich mit zwei langen Messern eingestochen, mit so einer Wucht, dass die Klingen strecken blieben.

"Das Opfer hatte keine Chance sich zu wehren", so die Anklägerin. Es war nämlich auch gefesselt. Obendrauf musste das alles auch noch die dreijährige Enkelin mitansehen, die seither in psychologischer Betreuung ist. Nur weil die Großmutter ihr Mobiltelefon noch griffbereit hatte und selbst den Notruf wählte, überlebte sie, ist sich die Staatsanwältin sicher: "Dass sie noch am Leben ist, hat sie sich selbst zu verdanken und es grenzt an ein medizinisches Wunder."

Während die Geschworenen aufmerksam den Schilderungen der Anklägerin lauschten, wirkten die Angeklagten vor Richter Helmut Wlasak unbeeindruckt. Beide haben bereits mehrfach Erfahrungen bei Gericht gemacht, sind teils einschlägig vorbestraft. "Bei der Justiz gefällt es Ihnen auch", meinte Wlasak, als er die Vorstrafen des 44-Jährigen aufzählt. "Nicht wirklich", antwortete der Oststeirer. "Sonst kommt man ja nicht immer wieder", erwiderte der Richter.

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