Nur mehr ein Oberwarter Stadttaxi ab 1. September. Ab 1. September kann man Taxigutscheine nur mehr bei einem Oberwarter Betrieb einlösen. Roland Horvath kündigt Vertrag.

Von Carina Fenz. Erstellt am 27. August 2020 (05:00)
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Am 25. Jänner 2002, vor etwas mehr als 18 Jahren, hat das Ruftaxi in Oberwart seinen Betrieb aufgenommen und erfreut sich nach wie vor größter Beliebtheit. Im Jahr 2019 wurden pro Monat rund 1.000 Taxigutscheine verkauft.

Das System ist einfach: Man kauft einen Gutschein um 2,50 Euro im Gemeindeamt, der Restbetrag wird von der Stadt beglichen. Einzulösen ist der Gutschein pro Taxifahrt im Stadtgebiet.

Waren es 2011 beispielsweise noch 100.000 Euro im Budget, der Stadt, die an Subventionen für das Ruftaxi aufgebracht wurden, so waren im Vorjahr nur mehr rund 21.000 Euro dafür budgetiert. Mit den sinkenden Förderungen sind auch immer mehr Taxibetriebe der Stadt abhandengekommen (Pensionierung, Firmenverkauf).

Mittlerweile werden die Taxigutscheine noch von zwei örtlichen Taxibetrieben angenommen, aber nicht mehr lange. Roland Horvath hat mit 1. September seinen Vertrag mit der Stadtgemeinde aufgekündigt und wird keine Ruftaxi-Gutscheine mehr annehmen.

„Wir haben seit vielen Jahren mit dem Ruftaxi ein großes Minusgeschäft gemacht, das zahlt sich aus wirtschaftlichen Gründen einfach nicht mehr länger aus. Auch wenn sich das System seit Jahren nicht rentiert und man das Service aber weiterhin anbieten will, muss man irgendwann einen Schlussstrich ziehen“, argumentiert Horvath seinen Rückzug.

Comeback möglich

Konkret geht es darum, dass die Stadt, so Horvath, nur rund 1,10 Euro zum Taxigutschein zuschießt. Fährt man also mit dem Ruftaxi-Gutschein, dann verdient das Unternehmen 3,60 Euro. Ohne Gutschein kostet eine Fahrt innerhalb der Stadtgrenze aber 6 Euro. Ein Comeback kann sich Horvath vorstellen, aber „nur wenn die Bedingungen passen und wir als Taxler kein Minusgeschäft schreiben.“

Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) ist um eine Problemlösung bemüht. „Hatten wir vor fünf Jahren noch vier Taxiunternehmer, die beim Ruftaxi dabei waren, so ist es künftig nur mehr einer. Wir wissen, dass dieser eine Betrieb nicht alle gewünschten Fahrten durchführen kann, daher sind wir an einer raschen Lösung für die Bürger bemüht“, so Rosner. Wie die Lösung für Rosner aussehen könnte? „Entweder es gibt einen neuen Vertrag für die Oberwarter Betriebe oder wir binden auch Taxiunternehmen aus der Region mit ein, um den Bedarf zu decken“, meint Rosner, der jedoch auf eine Entscheidung des Stadtrates verweist, welcher am 1. September zu einer Sitzung zusammentrifft. „Hier soll das Problem besprochen werden“, kündigt Rosner an.

Eine rasche Lösung will auch FPÖ-Stadtrat Christian Benedek: „Man kann die Bevölkerung jetzt nicht im Regen stehen lassen. Wir haben im Verkehrsausschuss schon einige Ideen besprochen, eine Lösung ist absehbar“, meint Benedek.

SPÖ-Stadtrat Ewald Hasler will hingegen ein klärendes Gespräch zwischen den Oberwarter Taxibetrieben und der Stadt. „Wenn es der Bürgermeister wollte, dann würde er alle Taxiunternehmen der Stadt an einem Tisch versammeln und an einer Lösung arbeiten“, so Hasler. Grünen-Gemeinderätin Dagmar Frühwirth-Sulzer hingegen möchte das Thema Stadtbus forcieren, „auch darum, weil die Taxis mit Krankentransporten ohnehin extrem ausgelastet sind.“