Bezirk Oberwart: Bereitschaft zu Impfung ist groß

Dt. Schützen, Unterkohlstätten und Badersdorf haben Nase vorne. Neustift ist hinterher.

Erstellt am 08. August 2021 | 05:33
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Nicht ganz vorne an der Sp(r)itze. Der Bezirk Oberwart ist burgenlandweit eher im hinteren Drittel der Impfwilligen zu finden. hedgehog94
Foto: Shutterstock/

Auf Länderebene liegt das Burgenland bei der Durchimpfungsrate deutlich vorne. Mehr als sechs von zehn Einwohnern sind hier zumindest einmal geimpft (67,2 Prozent), knapp 60 Prozent der Bevölkerung ist voll immunisiert. Im Bezirksvergleich liegt der Bezirk Oberpullendorf (70,32 Teilgeimpfte) ganz vorne, der Bezirk Mattersburg (65,68 Teilgeimpfte) ganz hinten. Auch der Bezirk Oberwart ist mit 65,99 Prozent (Stand: 1. August) der Teilgeimpften im hinteren Drittel der Statistik zu finden.

Aber auch innerhalb des Bezirks schwanken die Impfraten in den Gemeinden deutlich. Mit einem österreichweiten Spitzenwert kann Kleinmürbisch im Bezirk Güssing beispielsweise aufwarten. Hier haben bereits über 80 Prozent zumindest eine Impfung erhalten.

Spitzenwert für Deutsch- Schützen-Eisenberg

Im Bezirk Oberwart liegen neben Deutsch Schützen (77,29 Prozent Teilgeimpfte) die Gemeinden Badersdorf und Unterkohlstätten (75,35) ganz vorne in der Impfstatistik. Für Deutsch Schützens Ortschef Franz Wachter eine „tolle Neuigkeit“, die vor allem dem Einsatz von Gemeindeärztin Ruth Moser-Mayer zu verdanken ist. „Die Frau Doktor und ihr Team haben tolle Arbeit geleistet, um die Bevölkerung zu informieren und aufzuklären“, streut der Ortschef der Ärztin Rosen.

In Badersdorf führt Ortschef Daniel Ziniel die hohe Impfbereitschaft einerseits auf die „hohe Altersstruktur zurück, andererseits aber auch auf den „Hausverstand der Badersdorfer.“ „Die vulnerable Gruppe bei uns im Ort ist schon sehr hoch und hier steht der Schutzgedanke an oberster Stelle“, meint Ziniel, der sich einen Schmunzler nicht verkneifen kann, da „die Bevölkerungsdemografie der Gemeinde in der Causa Impfung auch einmal gut in die Karten gespielt hat.“

Am Wirtshaustisch in Badersdorf wird, so Ziniel, „mittlerweile eher diskutiert, warum man nicht zur Impfung geht.“ „Die Leute bei uns sind schon kritisch, aber sie haben Hausverstand und sagen somit Ja zur Impfung.“

Auch in Unterkohlstätten freut man sich über die hohe Durchimpfungsrate. „Wir haben die ältere Generation, vor allem auch jene, die Vorerkrankungen haben, enorm dabei unterstützt sich zur Impfung anzumelden. Das hat viele Hürden abgebaut“, erklärt Bürgermeister Christian Pinczker.

Die größten „Impfmuffel“ im Bezirk gibt es in Neustift an der Lafnitz. Hier liegt die Rate der Teilgeimpften bei 58,08 Prozent. Ortschef Johann Kremnitzer hat keine Erklärung dafür, aber „jeder soll seine Entscheidung frei treffen. Ich bin geimpft und auch in meiner Familie gibt es niemanden, der es nicht ist, aber man kann die Menschen nicht zwingen“, so der Bürgermeister.

Stadt Oberwart will verstärkt informieren

In der Bezirkshauptstadt Oberwart will man, angesichts der auch nicht ganz so hohen Impfbereitschaft – 62,10 Prozent sind teilgeimpft, –

auf mehr Informationen für die Bürger setzen. In Zusammenarbeit mit Gemeindeärztin Ilse Frühwirth soll es eine Infokampagne geben, um die Menschen zur Impfung zu bringen. „Wir wollen die Impfung natürlich niemandem aufdrängen, aber sensibilisieren“, meint Stadtchef Georg Rosner.

Grafik Impfung

 
BMSGPK

 

Hinweis: Auch wenn die aktuell verwendeten Impfstoffe nur ab 12 bzw. 18 Jahren zugelassen sind, werden die Anteile der Geimpften an der Gesamtbevölkerung der jeweiligen Gebiete angezeigt.