EMS Oberwart: Bildungslust statt Frust

Der angekündigte Schichtbetrieb in Schulen ist für die Europäische Mittelschule keine Herausforderung. Mittels Streaming kann die ganze Klasse am Unterricht teilnehmen.

Erstellt am 05. Februar 2021 | 06:18
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Die EMS Oberwart verfolgt weiterhin ihren innovativen Weg. Nächstes Ziel ist es, den Unterricht in der Klasse, im Falle des Schichtbetriebs, nach Hause zu streamen. Erste Erfahrungswerte lieferte das Streaming der ökumenischen Andacht vor Weihnachten von der Aula aus in alle Klassen.
Foto: Daniel Fenz

Die gute Nachricht vorweg: Die Öffnungsschritte für die Zeit nach dem 8. Februar und dem mittlerweile dritten Corona-Lockdown ermöglichen ein Aufmachen der Schulen. Ein Sicherheitskonzept inbegriffen: Mit Masken, Tests und Abstand und im Schichtbetrieb soll nach den Semesterferien wieder unterrichtet werden. Der Schrei nach einer Öffnung der Schulen war groß, seitens der Politik und auch der Pädagogen.

Auch an der Europäischen Mittelschule Oberwart (EMS) befürwortet man die Öffnungsschritte, auch wenn das „Distance Learning“ in den letzten Wochen immer besser funktioniert hat. In der EMS ist man nämlich einen eigenen und ganz besonders innovativen Weg gegangene, „der uns die Rückkehr in die Schule und auch den künftigen Schichtbetrieb einfacher machen wird“, erzählt Schulleiter Hans-Peter Wolf.

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Hans-Peter Wolf ist Schulleiter der Europäischen Mittelschule Oberwart.
Daniel Fenz

Mit Schlagwörtern, wie Bildungsverlust wollte man sich an der EMS nämlich gar nicht identifizieren. „Für uns galt und gilt nach wie vor Bildungslust zu versprühen“, ist Wolf überzeugt. Alle Lehrenden wurden mit dem Microsoft Office Tool „Teams“ ausgestattet. Die Schüler, die keine eigenen Endgeräte haben, wurden mit Leihgeräten von der Schule unterstützt. „Damit haben wir es geschafft, den Unterricht im Distance Learning für jede Klasse laut Stundenplan zu übertragen“, schildert Wolf. Diese Organisationsform sorgt für eine gute Planbarkeit, sowohl für die Jugendlichen und deren Familien als auch für die Lehrenden, die regelmäßig und zeitnah Rückmeldungen geben können. „Pünktlich zu Beginn jeder Unterrichtsstunde eröffnet die Lehrperson das Meeting für die Klasse. Die Schüler und Schülerinnen sehen und hören einander per Videokamera und Mikrofon. Neben Unterrichtsinhalten bietet sich die Möglichkeit, Alltagsthemen, Probleme und Sorgen, aber auch Geschichten auszutauschen – so wie im normalen Unterricht auch“, gibt Wolf einen Einblick in den Schulalltag. Es gehe, so Wolf, auch darum, dass „die Jugendlichen wissen und spüren, dass sie in dieser Zeit der Pandemie nicht allein sind. Sie haben Ansprechpersonen, denen sie vertrauen und die ihnen nicht nur in schulischen Belangen weiterhelfen.“

Natürlich wird nicht der ganze Vormittag vor dem Computer verbracht, die Lernenden können Meetings verlassen, um selbstständig an ihren Aufgaben zu arbeiten, die zu einem vereinbarten Termin hochzuladen sind. Während der ganzen Unterrichtsstunde bleibt die Lehrperson für alle erreichbar, bis die nächste Stunde in einer anderen Klasse beginnt.

Von den rund 300 Schülern kommen aktuell zwischen Fünf und Zwölf in die Schule zur Betreuung. „Sobald wir merken, dass sie den Lehrstoff aufgeholt haben, arbeiten sie wieder von zu Hause aus. Wir versuchen auf die Bedürfnisse und Wünsche der Kinder und Jugendlichen sowie wie auch auf die Eltern flexibel einzugehen.“, erzählt der Schulleiter, der zwar an der Form des „modernen Lernens“ Begeisterung gefunden hat, sich aber auf den Unterricht in der Schule auch wieder freut.