Tourismus-GF Senninger: „Neue Trends umsetzen“. Richard Senninger wurde zum neuen Tourismus-Geschäftsführer für Bad Tatzmannsdorf bestellt. Im Gepäck hatte er jede Menge Ideen für touristische Projekte und Vorhaben.

Von BVZ Redaktion. Erstellt am 24. Juni 2021 (09:52)
440_0008_8109805_owz25cari_bow_richard_senninger.jpg
Team: Tourismusgeschäftsführer Richard Senninger (3.v.r.) mit Reduce- Geschäftsführer Andreas Leitner, AVITA-Chef Peter Prisching, Herbert Treiber, Obmann Verein Regionalmarketing, Bürgermeister Gert Polster und Gemeindevorständin Tourismus Christine Kotschar (v.l.).
zVg, zVg

BVZ: Knapp ein halbes Jahr nach der Bestellung als interimistischer Geschäftsführer des Tourismusverbandes kam jetzt die offizielle Bestätigung. Welche Akzente haben Sie in dem halben Jahr gesetzt bzw. haben Sie mit der Bestellung gerechnet?

Richard G. Senninger: Dieses im Besonderen für die Tourismuswirtschaft dramatische erste halbe Jahr 2021 brachte massive Einschnitte. Geschlossene Betriebe, Mitarbeiter in Kurzarbeit und eine tief betrübte Stimmung allen Ortes. Ich habe in dieser Zeit viele persönliche Gespräche geführt, wir haben die Entwicklung beleuchtet, habe Anregungen von den UnternehmerInnen bekommen und vor allem wurden Themen besprochen, in welchen wir Potenziale für die Zukunft erörtern konnten.

Gemeinsam mit dem langjährig tätigen Team wurde der Aktivitätenplan für die Zukunft erstellt. Meine persönliche berufliche Vergangenheit war zu einem großen Teil in Bad Tatzmannsdorf, die Verbundenheit zu dieser Region ist daher schon sehr groß. Das Gremium der Kurkommission hat mich im Dezember 2020 eingeladen, die touristische Organisation interimistisch zu leiten. Für mich war das die Gelegenheit die Aufgabenstellungen und Herausforderungen eingehend zu analysieren.

Natürlich ist meine Leidenschaft für die Region und die zukünftigen Aufgaben noch intensiver geworden und ich freue mich sehr, dass sich die Mitglieder der Kurkommission unter den Bewerbern einstimmig für meine Person entschieden haben.

Wohin geht die Reise des Tourismusverband Bad Tatzmannsdorf? Mit welchen Hürden hat man zu kämpfen?

Senninger: Noch in diesem Jahr wird ein neues Heilvorkommen- und Kurortegesetz beschlossen. Darin werden die inhaltlichen Aufgaben unserer Destination abgebildet sein.

Klar ist, dass wir zeitgemäße Weiterentwicklungen im Bereich Gäste-Services, der Digitalisierung und inhaltliche Schwerpunkt-Projekte für die Region zeitnah umsetzen werden. Die Region Bad Tatzmannsdorf muss neue Geschichten schreiben und wir werden auch Trends setzen.

Welche Nachwirkungen der Covid-Krise sind noch zu merken?

Senninger: Optisch sind die Masken und Abstandsregelungen noch ein ständiger Begleiter. Die von den Betrieben übererfüllten Hygienevorschriften dokumentieren auf vielen Stellen auch die Folgen von Covid-19, aber die sehr guten Auslastungen der Betriebe lassen ein schönes Stück Alltag zurückkehren.

Was nehmen Sie Positives aus der Krise mit?

Senninger: Wir wurden aufgefordert Lösungen für alle UnternehmerInnen anzubieten, die verbindenden Gespräche, gesteigerte Achtsamkeit und Rücksicht auf die Herausforderungen der Einzelnen für ein gutes Ergebnis für alle, haben viele Zusammenkünfte geprägt.

Es gab mehr Zeit, um auf Details zu achten. Das hat uns gezeigt, dass man oft einen zweiten Blick und eine zweite Perspektive beleuchten sollte, bevor Entscheidungen getroffen werden.

Wie schätzen Sie die Lage ein – wie geht es im Tourismus weiter?

Senninger: Das heurige Jahr sollte – weitere Einschränkungen ausgeschlossen – ein hervorragendes Jahr werden. Für die nächsten Jahre gilt es abzuwarten, wie sehr, wie schnell und ob überhaupt internationales Reisen wieder auf das Niveau der Vergangenheit kommt.

Individualität vor Masse, Besonderes mit Zeit und Raum gegenüber überfüllten Billigurlaubsformaten in entfremdeten Infrastrukturen. Ich bin überzeugt, dass wir in einem aufmerksamen Prozess einer nachhaltigen Entwicklung entsprechen können und gleichsam erfolgreich sein können.

Was wollen Sie in Zukunft umsetzten, für den Nächtigungsgast, den Tagesgast und auch den Bad Tatzmannsdorfer selbst?

Senninger: Für den Nächtigungsgast haben wir die umfangreiche Aufgabe den sogenannten gesamten Kreislauf der „Customer Journey“ zu berücksichtigen, von der Gewinnung des Gastes, über die Servicierung, ein breites Angebot für einen individuellen, sehr wertvollen Aufenthalt bis hin zu Nachbetreuung nach der Abreise.

Die Angebote für den Tagesgast sind stärker auf der betrieblichen Ebene unserer UnternehmerInnen zu gestalten, dabei wird dauerhafte Unterstützung im Vertrieb und in der Bewerbung angeboten. Die Einwohner der Region Bad Tatzmannsdorf werden stärker als bisher eingeladen das Angebot des Freizeit-, Unterhaltungs- und Eventprogrammes in Anspruch zu nehmen.

In der Gastronomie hört man oft, dass um Personal gerungen wird. Wie schaut es im Tourismus aus?

Senninger: Gut ausgebildete und motivierte Mitarbeiter in der Tourismuswirtschaft ist eine massive Aufgabenstellung der Zukunft. Die Entwicklungen der vergangenen Jahre geben sehr zu denken. Ich bin überzeugt, dass man die derzeitigen Bedingungen völlig aufbrechen muss und einen neuen Zugang und Chancen für Menschen in dieser Branche bieten muss. Die gute österreichische Gastlichkeit ist längst in Gefahr.

Stichwort Regionalverbände – wie groß sind die Berührungspunkte mit dem Verband in Tatzmannsdorf?

Senninger: Derzeit läuft der Prozess der Installierung der handelnden Personen, danach werden sicher die Schnittmengen ermittelt und die Verantwortungen geordnet.

Wird es im Team personelle Veränderungen geben, oder bleibt alles gleich – wer gehört zum Team?

Senninger: Unser Team ist auch aus sehr erfreulichen Gründen der Familiengründung verkleinert worden. Mit den langjährigen Mitarbeitern Andrea Ochsenhofer, Verena Wolf, Alexander Hegedüs, Tanja Stutterecker und Nicole Fülöp gibt es in Bad Tatzmannsdorf ein engagiertes und erfahrenes Team für die zukünftigen Geschichten der Entwicklung der Region in und rundum Bad Tatzmannsdorf.

Interview: Daniel Fenz