Solarpark-Plan bringt Zweifel. Obwohl der Gemeinderatsbeschluss einstimmig für die Errichtung einer riesengroßen Photovoltaikanlage am Ortsrand in Jabing ausfiel, stehen jetzt erste Zweifler am Plan.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 10. Juni 2021 (06:07)
Symbolbild
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Der Lagebericht ist wie folgt: Das Land und die Energie Burgenland planen die Errichtung von 1.300 Hektar Photovoltaik-Anlagen in 19 Gemeinden - darunter auch Jabing.

Der Beschluss für die Umwidmung über die rund 15 Hektar an Fläche, die dafür auf die Gemeinde Jabing entfallen würden, erfolgte zu Jahresbeginn einstimmig im Gemeinderat.

Jetzt aber scheinen einige Einwohner noch einmal ein paar Nächte darüber geschlafen zu haben, denn: Die ersten bekunden nun Zweifel am Bau der Photovoltaikanlage, welche im Hottergebiet bei der Ortseinfahrt errichtet werden soll.

Allen voran Jabings Vize Franz Saurer, der auch als einziger öffentlich im Zuge einer Aussendung Stellung bezieht: „Es stimmt, dass ich anfangs für die Errichtung der Anlage im Gemeinderat gestimmt habe, aber ich bin mir, im Nachhinein nicht mehr ganz sicher, ob ich richtig entschieden habe. Bei diesem Mammutprojekt könnten in der Endausbaustufe bis zu 30 Hektar unserer Ackerflächen verbaut werden und wer weiß, wie zeitgemäß diese Bauweise, die aktuell geplant ist, in ein paar Jahren ist? Ich hoffe, mit meiner Zustimmung nicht gegen die Interessen der nächsten Generation entschieden zu haben.“

Saurer von der überparteilichen Liste Pro Jabing außerdem: „Wir haben eine 380 KV Leitung in Sichtweite, ein Umspannwerk und jetzt sollen auch noch Sonnenkollektoren direkt bei der Haupteinfahrt zu unserer Ortschaft errichtet werden. Ich stehe der Anlage grundsätzlich nicht negativ gegenüber, aber man sollte deren Standort definitiv überdenken.“

Ortschef Günter Valika (SPÖ) auf Nachfrage der BVZ zu kritischen Stimmen: „Ich höre zum ersten Mal davon. Mir ist lediglich der Meinungswechsel unseres Vizes bekannt und da steckt für mich ganz klar ein Politikum dahinter. Zu mir hat noch kein einziger Jabinger etwas gesagt. Es ist ein Landesprojekt, keines der Gemeinde. Der Beschluss war einstimmig, ich persönlich stehe dieser Art der Energiegewinnung positiv gegenüber. Es wird aber ganz bestimmt kein Grundstückseigentümer für die Errichtung der PV-Anlage enteignet und ich zwinge auch bestimmt niemanden, seine Grundstücke für die Anlage herzugeben.“