So shoppt Oberwart: Heimische Betriebe profitieren. 260 Millionen Euro Kaufkraftvolumen für den Bezirk. Davon bleiben 82 Prozent in den heimischen Handelsbetrieben.

Von Vanessa Bruckner und Michael Pekovics. Erstellt am 08. Februar 2017 (04:42)
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Zufriedene Gesichter. Gerald Guttmann, Andrea Gottweis, Georg Gumpinger und Georg Rosner präsentierten die Kaufkraftanalyse 2016.
BVZ, Vanessa

Grundsätzlich darf der regionale Handel durchaus zufrieden auf das vergangene Jahr zurückblicken. Wermutstropfen bleiben dennoch nicht aus. Aber der Reihe nach.

Kaufkraft Burgenland
Oberwart, die Handelsmetropole des Südens, hat noch immer ein Kaufkraftvolumen von 40,5 Millionen Euro. Vor allem im Bezirk Güssing ist Oberwart als Einkaufsstadt beliebt, eine negative Bilanz gibt es nur mit Neusiedl, wegen des Outlet Centers in Parndorf.
BVZ

Die dritte Kaufkraftanalyse für das Burgenland liefert für 2016 folgende Zahlen: Die gesamte einzelhandelsspezifische Kaufkraft (=Kaufkraft-Volumen) im Bezirk Oberwart umfasst im Jahr 2016 rund 260 Millionen Euro. Von dieser Summe verbleiben 82 Prozent in den Handelsbetrieben des Bezirkes - und das trotz allgemeinen Rückgängen seit der letzten Erhebung im Jahr 2009. Damit liegt der Bezirk Oberwart deutlich vor dem Bezirk Eisenstadt mit 75 Prozent und dem Bezirk Oberpullendorf mit 66 Prozent.

„Die Analyse umfasste insgesamt 1.500 telefonische Haushaltsinterviews im Burgenland und Westungarn“, informierte Georg Gumpinger von Consulting Gut&Co.

Die Bezirke selbst wurden jeweils noch einer genauen Analyse unterzogen. Besonders erkennbar dabei war die hohe Standorttreue der Konsumenten des Bezirks bei „Waren des täglichen Bedarfs“ (89 Prozent Kaufkraft-Eigenanbindung).

Internethandel ist ein ernster Konkurrent

Was außerdem aufgefallen ist: „Die Leute im Bezirk kaufen stark autoaffin ein, heißt also, es muss nicht alles im Zentrum der Stadt vorhanden sein, man steigt für gewisse Dinge auch gerne ins Auto“, weiß Gumpinger.

Eine leichte Steigung konnte man auch beim Einzelhandel verzeichnen. Der größte Konkurrent im Oberwarter Bezirks-Einzelhandel ist nach wie vor der Internethandel. „Rund 17 Millionen Euro oder 6,4 Prozent der Bezirkskaufkraft binden aktuell die virtuellen Einkaufswelten“, weiß der Experte.

Besonders stark gekauft werden dabei Bücher, Schreibwaren, Bekleidung, Spielwaren und Elektroartikel.

Bei der qualitativen Bewertung wird die Oberwarter Innenstadt übrigens sehr kritisch gesehen: Schlechte Einkaufsatmosphäre und Branchenmix werden hierbei bemängelt – das ergibt eine Kundenbenotung von 3,1 (siehe rechts).