„Geschichtsmeile“ wird umgesetzt. Neben dem „Geschichtskreis“ arbeitet die Gemeinde Kemeten derzeit auch an der Umsetzung der „Geschichtsmeile“.

Von Eva-Maria Leeb. Erstellt am 18. Oktober 2018 (03:50)
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Landesrätin Astrid Eisenkopf war bei der Eröffnung des Geschichts- und Naturlehrpfades bei der alten Eiche dabei.

In Zusammenarbeit mit Umweltgemeinderat und Naturschutzorgan Oliver Gollatz wurde, unter Einbindung der Bevölkerung, ein Konzept zur Aufarbeitung der Geschichte von Kemeten im Zusammenspiel mit Naturkomponenten ausgearbeitet, sodass neben geschichtsträchtigen Stationen und Relikten in und um die Gemeinde auch besondere Naturvorkommen hervorgehoben werden sollen.

Die ersten Stationen dieser „Geschichtsmeile“ sind bereits zu begehen

So wurde im Bereich des Rückhaltebeckens eine rund 300 Jahre alte Eiche entdeckt, die im Herbst/Winter 2017 mit der örtlichen Jugend unter Betreuung des Holzkunstschnitzers Martin Bauer bearbeitet wurde. „Es gibt eine Bank mit Blick auf die Eiche, einen Barfußpfad, ein Insektenhotel oder auch einen Schaubienenstock. Und es kommen immer wieder neue Ideen dazu, wie beispielsweise ein Grillplatz“, erklärt Bürgermeister Wolfgang Koller.

Eine weitere Station ist ein Naturschutzgebiet bei zwei Fischteichen unmittelbar neben der Strem, wo sich ein Biber angesiedelt hat. Da dieses Tier recht scheu und nachtaktiv ist, ist er leider schwer zu beobachten. Auf einer Verweilplattform soll auf angenagte, gefällte Bäume, aber auch auf Biberdämme und die Lebensweise dieser Tiere hingewiesen werden.

Geschichte hautnah erleben

Im Bereich des Hotterweges zu Unterwart finden sich noch heute Spuren und Teile eines amerikanischen Flugzeuges, das 1945 dort abgestürzt war. „Das Thema soll ebenfalls unter Einbindung von Zeitzeugen oder deren Nachfahren mit Hilfe von regionalen Historikern im nächsten Jahr aufgearbeitet und direkt vor Ort mit all den noch sichtbaren Eindrücken vermittelt werden“, so Koller. Eine weitere Station der „Geschichtsmeile“ wird der sogenannte „Meierhofbrunnen“, ein ehemaliger Tränkbrunnen für Pferde und andere Nutztiere. Dieser soll ebenfalls 2019 restauriert und der Bevölkerung frei zugänglich gemacht werden.

Einer der rätselhaftesten Orte ist wohl der Kemeter Meierhof. Der Zeitpunkt seiner Errichtung ist ebenso unklar, wie der seiner Zerstörung. Die Lage lässt sich durch alte Pläne ungefähr nachvollziehen. Auch bruchstückhafte Ziegelfunde deuten auf das Bestehen von Gebäuden hin. Hier werden aber noch weitere Erhebungen notwendig sein.

Die letzten Stationen werden dann die Hügelgräber sein, die an der Hottergrenze zu Litzelsdorf zu finden sind. Das Projekt „Geschichtsmeile“ soll im Jahr 2020 fertiggestellt sein.