Ärztemangel ist hausgemacht

Carina Ganster über den drohenden Ärztemangel, der sich auf die Schnelle nicht abwenden lässt.

Carina Fenz
Carina Fenz Erstellt am 21. Dezember 2016 | 04:58
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Die Auswirkungen des „drohenden Ärztemangels“ trotz hoher Ärztedichte in Österreich (die Zahl der Medizinabsolventen befindet seit über zehn Jahren auf gleich hohem Niveau) sind auch im Burgenland längst spürbar.

In Jennersdorf sind seit Monaten die Kassenstellen eines Gynäkologen, eines Allgemeinmediziners und die eines Zahnarztes unbesetzt. Ein anderes Beispiel: Auf der internen Abteilung des Krankenhauses Oberpullendorf sucht man auch seit Wochen mit Personalvermittlungsagenturen nach Ärzten. Schützenhilfe bekommt man hier jetzt aus dem Krankenhaus Güssing, deren Ärzte der Internen Abteilung zur Überbrückung aushelfen. Der Grund für den Ärztemangel ist trotzdem hausgemacht: Immer mehr Absolventen eines Medizinstudiums zieht es für die nachfolgende Ausbildung ins Ausland, wo die Bedingungen bei Weitem attraktiver sind als in Österreich: Bessere, vor allem kürzere Ausbildung und bessere Bezahlung. Angesichts der sich weiterentwickelnden Medizin und einer stetig alternden Bevölkerung muss im Sinn der Bevölkerung eine Lösung gefunden werden: Ärzte müssen nämlich immer wohnortnah verfügbar sein.