Billig ist nicht immer besser. Über klimaschonende Raumplanung, die in den Gemeinden beginnt

Von Carina Fenz. Erstellt am 09. Juli 2020 (03:45)

Die Strategie, dass Lebensmittelmärkte bei Platzmangel lieber neu bauen, als bestehende Objekte umbauen, ist zu einer Gepflogenheit geworden. In den meisten Fällen, weil der Neubau günstiger ist, als der Umbau des bestehenden Gebäudes. Der Aspekt, dass man mit solchen Projekten wichtigen Boden versiegelt, zählt hier für die Supermarkt-Ketten nicht.

Anstatt auf den Umbau von bestehenden Filialen zu setzen, kommt der „günstigere“ Neubau. Die Folgen dieser Bautätigkeiten haben Auswirkungen: Gepaart mit der Zunahme von Extremwetter-Ereignissen, die dem Klimawandel geschuldet sind, wirkt sich das Verschwinden von Naturböden, die Wasser aufnehmen und speichern, negativ auf den Bodenverbrauch aus. Auf Bundesebene will man jetzt eine „Bodenschutzstrategie für sparsamen Flächenverbrauch“ durchsetzen. Ein Problem ist aber auch, dass Flächenwidmungsplänen der Gemeinden vom Land oft durchgewunken werden, anstatt stärker auf vernünftige, ökologisch verträgliche Pläne zu pochen. Der erste Schritt zur klimaschonenden Raumplanung fällt aber noch immer in den Gemeinden und da wäre intelligente Planen der bessere Weg, anstatt sich mit Abwanderung ständig erpressbar zu machen.