Burgenlands Klubs und die Sachlichkeit

Über unaufgeregte Abstimmungen bei der Hauptversammlung des Fußballverbands.

Erstellt am 04. März 2020 | 05:15
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Das plötzliche Tauziehen rund um die Funktion des Sportreferenten war im Vorfeld der BFV-Hauptversammlung ein durchaus heikler Punkt. Wir erinnern uns an die Vorgeschichte. Mit Josef Bauer nominierte die Gruppe Nord Anfang Februar einen Gegenkandidaten auf der Position von Manfred Luisser, der jahrzehntelang maßgebliche Arbeit rund um den Spielbetrieb geleistet hatte. Die Reaktion folgte zehn Tage später aus dem Süden mit einem überraschenden Antrag auf Abschaffung des Sportreferenten.

Hintergründe waren hier vor allem strategische Überlegungen für die Kampfabstimmung, weil dem Güssinger Luisser bei einer solchen nicht die komplette Unterstützung aus dem Süden sicher schien. Und ein Mandat, das deshalb vom Süden in den Norden wandert, ist für die Frage der Vertretung im Vorstand ein traditionell heikles Thema im geografisch langgezogenen Burgenland. Auch die Frage, ob die Funktion des Sportreferenten überhaupt nötig sei, schwang argumentativ zumindest mit. Und sorgte so im Vorfeld für Aufregung innerhalb des Verbands. BFV-Präsident Gerhard Milletich sprach sogar davon, dass eine rote Linie überschritten wurde.

Vieles deutete somit auf jede Menge Emotion bei der Hauptversammlung hin. Geworden ist es aber eine höchst sachliche Angelegenheit der Vereinsvertreter. Die mit über 85 Prozent für die Beibehaltung des Sportreferenten stimmten und damit auch für die bestehende operative Struktur. Dass mit der anschließenden Mehrheit von rund 54 Prozent für Josef Bauer eine Wachablöse an dieser Position erfolgte, ist unaufgeregt zur Kenntnis zu nehmen. Viel wichtiger sind Sachthemen. In den kommenden Jahren wird sich zeigen, wie Bauer brennende Fragen rund um den Spielbetrieb (Beispiel Reserven, Beispiel Gruppeneinteilung) für alle Vereine handhaben wird, wie er die Balance zu den Vereinen schafft und wie er praktische Lösungen findet. Nur diese Punkte gilt es zu bewerten. Dass Burgenlands Fußballklubs so viel Sachlichkeit zuzutrauen ist, haben sie eben erst bei der Hauptversammlung bewiesen.