Das Internet vergisst nicht. Über Facebook-Postings in Zeiten der verordneten Distanz und deren Folgen

Von Carina Fenz. Erstellt am 03. Dezember 2020 (05:00)

Zum Chatten mit Freunden oder zum Austausch von Fotos und praktischen Tipps: Facebook, Instagram und Co. sind aus dem Alltag von vielen nicht mehr wegzudenken.

Doch die Popularität des Netzwerks hat auch eine gefährliche Kehrseite, wie sie jetzt auch Wiesflecks Bürgermeister Christoph Krutzler (ÖVP) zu spüren bekommen hat. Krutzler hat in der Zeit des Lockdown-Light ein Foto mit seiner Schwester und Gemeindemitarbeitern auf Facebook gepostet, die ihn und seine Kollegen feiernd im dekorierten Gemeindeamt zeigen.

Für FPÖ-Gemeinderätin Ilse Jägerbauer eine Aktion in Zeiten der Corona-Krise, die sich der Ortschef sparen hätte können. Krutzler selbst zeigt sich vom „Anpatzversuch“ fassungslos. Dass es sich um eine Party im Gemeindehaus gehandelt habe, weist der Ortschef von sich und weist gleichzeitig auch darauf hin, dass der Mindestabstand am Foto eingehalten wurde.

Jetzt wäre die Aktion selbst, einer Kollegin an ihrem Geburtstag das Büro zu dekorieren, nicht verwerflich. Fakt ist aber auch, dass gerade Personen, die in der Öffentlichkeit stehen, und ein Bürgermeister gehört hier definitiv dazu, eine Vorbildwirkung haben. Und da könnte man das Facebook-Posting — in Zeiten der verordneten Distanz — auch als Bürger missverstehen.