Die Rechnung zahlen die Bürger. Über das Rufsammeltaxi, das künftig für viele „doppelt“ so viel kostet

Von Carina Fenz. Erstellt am 27. August 2020 (03:19)

Seit etwas mehr als 18 Jahren fährt man in Oberwart günstiger Taxi. Vorausgesetzt ist ein bei der Gemeinde gekaufter Gutschein. 2,50 Euro zahlt man für eben diesen Gutschein und kann sich damit dann „gratis“ in der Stadt herumchauffieren lassen. Sei es der Arztbesuch oder der Besuch im Supermarkt, die Destination, sofern sie innerhalb der Stadtgrenze liegt, ganz egal wohin. Im Jahresdurchschnitt 2019 wurden pro Monat rund 1.000 solcher Taxigutscheine ausgegeben. Mit 1. September allerdings endet das Vertragsverhältnis der Gemeinde mit einem der beiden letzten Taxiunternehmen, die jene Gutscheine annehmen.

Bereits im Vorfeld aber habe jener Taxiunternehmer die Gutscheine nicht mehr von allen Personen angenommen. Die Fahrt kostete dann 6 Euro. Kein schöner Zug des Unternehmers, der seinen Vertrag nicht eingehalten hat. Umgekehrt aber kein schöner Zug der Stadt, die sich nicht rechtzeitig um eine Lösung bemüht hat. Die Kosten dafür tragen jetzt jene Menschen, die auf das vergünstigte Taxi angewiesen ist, weil sie nicht mobil sind. Und auch, wenn die Stadt im Nachhinein eine Lösung verspricht, wird der Weg zum Arzt oder Einkaufen zwischenzeitlich doppelt so teuer.