Es geht um die Wertschöpfung. Über den Spagat der Hoteliers zwischen Auslastung und Wirtschaftlichkeit

Von Carina Fenz. Erstellt am 28. Mai 2020 (03:24)

Zwei Wochen nach der Wiedereröffnung der Gaststätten, fällt das Resümee manches Wirts durchwachsen aus. Die Gäste kommen zwar, aber die Auslastung sei noch lange nicht da, wo sie vor dem „Shutdown“ gewesen ist. Ein Umstand, der einige Gastronomen sogar dazu veranlasst hat, ihre Türen wieder zu schließen. Mit Ende Mai dürfen auch die Hotels wieder öffnen und hier zeigt sich vorab ein ähnliches Bild, vor allem am Beispiel der Thermengemeinde Stegersbach, jenem Ort im Bezirk Güssing mit den meisten Nächtigungen pro Jahr. Denn hier blickt man der Wiedereröffnung kritisch entgegen. Von den vier großen Hotels im Ort hat sich lediglich das Larimar dazu entschlossen, am 29. Mai zu öffnen. Für die anderen Hoteliers sei das Risiko zu hoch, man wolle neue Lockerungen abwarten und erst öffnen, wenn die Buchungslage besser sei. Aber nicht nur die Hotels bleiben vorerst geschlossen, sondern auch die Therme, das größte Zugpferd im Ort. Einerseits verständlich, denn die Wirtschaftlichkeit muss gegeben sein, andererseits ist es gerade in Zeiten der Krise von Vorteil, ein wenig Risiko zu zeigen. Hier geht es nämlich um die Wertschöpfung für die Region und da ist ein breites Angebot die oberste Prämisse, denn nur dann wird dem Gast auch was geboten.