Gleiches Recht für alle. Über Chancengleichheit, die in allen Bereichen gelten sollte

Von Carina Fenz. Erstellt am 12. Februar 2020 (04:00)

So groß die Freude über den Gratiskindergarten bei den einen war, so negativ hat sich die Reform bei privaten Kindergärten ausgewirkt. Aktueller Anlassfall ist das Kinderhaus in Oberwart, das seit 24 Jahren von Anita Tausz betrieben wird. Die engagierte Montessori-Pädagogin darf nämlich seit 1. November keine Elternbeiträge mehr einheben.

Im Falle von Tausz bedeutet das einen enormen finanziellen Aufwand, den sie jetzt selbst für die Betreuung in ihrem Kinderhaus aufbringen muss, denn die Förderung des Landes alleine ist nicht kostendeckend. Eine Ausnahmegenehmigung vom Land, um trotzdem weiterhin Gebühren einzuheben, gab es auch für ihren speziellen Kindergarten nicht. Eine Ursache, warum Tausz ihr Kinderhaus im Juni schließen muss. Ohne Frage, die Gratiskinderbetreuung ist ein wichtiger Schritt in Richtung Chancengleichheit und Fairness.

Das große „Aber“ bleibt dennoch, denn auch wenn alle Kindergärten im besten pädagogischen Sinne handeln, fällt nach der Schließung des Kinderhauses eine Einrichtung weg, die auf die ganz speziellen Bedürfnisse der Kinder eingegangen ist. Eigentlich schade, denn wenn man schon Chancengleichheit predigt, dann sollte man die auch uneingeschränkt unterstützen.