Nicht Masse, sondern Klasse. Michael Pekovics über die Weinlese und den Vorteil, den kleine, aber feine Weinbaugebiete haben.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 22. August 2018 (03:15)

Im Nordburgenland wird gejammert, im Süden nicht – verkehrte burgenländische Welt im Weinbau? Die Rede ist von den Preisen für Trauben, die teilweise so tief in den Keller gefallen sind, dass eine kostendeckende Produktion schwer bis unmöglich ist – sagen Landwirtschaftskammer-Präsident Niki Berlakovich und betroffene Winzer.

Diese Entwicklung ist nicht neu, in den vergangenen Jahre und Jahrzehnte haben vor allem im Nordburgenland zahlreiche Winzer das Handtuch geworfen und ihre Weingärten verkauft, weil sie immer weniger für ihre Trauben bekommen haben. Die Folge war, dass die Großen immer größer wurden – und auch dementsprechend große Mengen produzieren. Anders in den kleinstrukturierten Weinbaugebieten des Südburgenlandes, wo viel weniger produziert wird und deshalb die Preise auf einem stabilen Niveau bleiben.

Das schlägt sich mittlerweile auch in verstärkter internationaler Beachtung für Eisenberg, Csaterberg & Co. nieder. Und weil „international“ in diesem Fall so viel heißt wie „hochpreisiger“, sind die südburgenländischen Winzer zufriedener als jene im Norden. Wer aber den besseren Wein hat, das muss jeder für sich selbst entscheiden.