Reifeprüfung ohne Maturaball. Über den Corona-Winter und die Absage von klassischen Maturabällen

Von Carina Fenz. Erstellt am 10. September 2020 (03:07)

Ein Kultursommer mit kleinen Konzerten und Theaterstücken. Es war ein kurzes Aufatmen in der südburgenländischen Eventszene. Mittlerweile aber hat die Corona-Krise das Land wieder fest im Griff. Das nächste Opfer: die Maturaballsaison, die komplett ins Wasser zu fallen droht, zumindest im Herbst und Winter. Abgesehen von einer Besucherobergrenze und der Sperrstunde um 1 Uhr, wäre es unter Einhaltung aller Corona-Regeln nicht möglich gewesen, ein Event in dieser Größenordnung zu veranstalten.

Harald Kahr, Generalpächter der Messe Oberwart, die mit 13 Maturabällen die meisten im Süden durchführt, hat den Maturanten die traurige Botschaft überbracht. Alternativen, Bälle im Frühling oder Sommer zu veranstalten werden derzeit geprüft. Fakt ist aber, dass mit der coronabedingten Absage — hoffentlich nur zwischenzeitlich — eine Ära zu Ende geht. Für die Maturanten mehr als schade, denn der Maturaball darf ebenso wenig fehlen, wie das Amen im Gebet. Aber wenn die Generation „Corona“ in Zeiten der Krise eines mitgenommen hat, dann ist es Verzicht zu lernen, um die Gesellschaft zu schützen und das fällt definitiv mehr in die Kategorie Reifeprüfung, als der Maturaball.