Spitäler sind die „Heilige Kuh“

Erstellt am 07. Mai 2020 | 04:10
Lesezeit: 2 Min
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr
Über die Öffnung der Spitäler, die viel Verständnis von der Bevölkerung erfordert

Nach sieben Wochen coronabedingtem Ausnahmebetrieb versuchen die Spitäler Oberwart und Güssing, wieder in einen halbwegs geordneten Regelbetrieb zu finden. Immerhin gilt es jetzt zur akuten Notfallversorgung zahlreiche abgesagte Operationen nachzuholen, die zu Beginn der Coronakrise — aus Angst einer Überlastung der Spitäler — abgesagt wurden.

Der Schutz des Systems bleibt weiterhin oberste Priorität, weshalb auch die Einschränkungen für Besucher aufrecht bleiben, zumindest bis Ende Juni. Das sorgt seit Wochen bei vielen Menschen für Kopfschütteln. Einerseits ist dieses Besuchsverbot wichtig und richtig, aus epidemiologischer und gesundheitspolitischer Sicht. Andererseits aber, vor allem menschlich gesehen, extrem hart. In den letzten Tagen — seit Aufhebung der Ausgangsbeschränkungen — sorgt das Besuchsverbot aber für noch mehr Unverständnis und sogar Diskussion bei den Eingängen. Einmal anders betrachtet: Spitäler sind in Coronazeiten, wie eine „heilige Kuh“, auch weil die Versorgung von kranken Menschen noch mehr in den Fokus der Gesellschaft gerückt ist. Und gerade darum wäre mehr Kooperation und Verständnis für die restriktiven Maßnahmen angebracht, auch wenn der Geduldsfaden dünn ist.