Tierschutz kontra Gesetzeslage. Michael Pekovics über das Problem von Gesetzen mit der Realität.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 05. Juli 2017 (05:53)

Wird das Tierschutzgesetz nicht geändert, droht uns eine Flut an herrenlosen Tieren, die einfach so ausgesetzt werden. Durch die neue Regelung, die seit 1. Juli gültig ist, ist es privaten Initiativen nämlich nicht mehr gestattet, Tiere öffentlich, also auf ihrer Homepage oder auf facebook, anzubieten.

Die Folgen davon werden schon jetzt spürbar: Die Einrichtungen der privaten Tierschutzvereine sind heillos überfüllt, ein Ausnahmestopp ist ausgerufen, Tiere dürfen nur mehr von Tierheimen angenommen werden – und da gibt es im Burgenland nur eines im Norden, das ebenfalls an seine Grenzen stößt und oft selbst private Initiativen um Hilfe bitten muss. Gerade in den Sommermonaten werden aufgrund der Urlaubszeit mehr Tiere ausgesetzt als sonst, die Situation wird sich also noch verschärfen. Jetzt ist die Politik gefordert, die geltende Rechtslage auch an die Realität anzupassen.

Der Grundgedanke des neuen Gesetzes – Bekämpfung des illegalen Tierhandels und Eindämmung der unkontrollierten Vermehrung – ist gut, nur in der Umsetzung hapert es gewaltig. Mit fatalen Auswirkungen auf viele Tiere und Tierschützer, die deshjalb verzweifeln.