Wähler hat am Ende immer recht

Michael Pekovics über den Wahlausgang im Bezirk Oberwart.

Michael Pekovics
Michael Pekovics Erstellt am 04. Oktober 2017 | 05:25
Dieser Artikel ist älter als ein Jahr

Wie immer bei Wahlen gibt es keine Verlierer – oder doch? Während sich die beiden Landesparteien als Sieger der Bürgermeister- und Gemeinderatswahl sehen, sieht die Lage auf kommunaler Ebene schon anders aus. Denn dort wird das Kind beim Namen genannt, den einzelnen Ortsparteien bleibt auch nichts anderes über, schließlich sprechen die Zahlen eine klare Sprache.

Betrachtet man das Gesamtergebnis im Bezirk, so wird deutlich, dass beide – auf Gemeindeebene dürfen sie noch so genannt werden – Großparteien leichte Verluste hinnehmen mussten. Die SPÖ verlor 2,6 Prozent der Wähler, die ÖVP 1,6 Prozent – in absoluten Zahlen jeweils etwa rund 275 Stimmen. Im Vorfeld waren massive Zugewinne der FPÖ erwartet worden – und die gab es auch. Allerdings nicht überall, sondern nur dort, wo ein „gestandener“ Kandidat ins Rennen ging, den man auch schon vor der Wahl kannte und der gut im Ort verankert ist.

Dennoch haben sich die Blauen im Gesamtergebnis sowohl bei der Gemeinderats- als auch bei der Bürgermeisterwahl beinahe verdoppelt. Nicht so in Oberwart, dort hängt das bescheidene Abschneiden aber eher mit der Dominanz von Georg Rosner zusammen als mit der Schwäche von Ilse Benkö.

Das Beispiel der Bezirkshauptstadt zeigt auch, wie Kommunalpolitik funktioniert: Die Bürger wollen einen Ortschef zum Angreifen, einen, auf den sie sich verlassen können. Und das hängt oft weniger mit der Partei, als mit der Persönlichkeit des Kandidaten zusammen. Das ist vermutlich auch der Grund für einige Überraschungen, die aber unter dem Strich alle eines gemeinsam haben: Die Wähler haben über Sieg und Niederlage entschieden – und die Wähler haben immer recht.