Von Platz 389 zum Major-Geheimtipp. Über die Rückkehr von Bernd Wiesberger in die Top-50 der Weltrangliste.

Von Martin Ivansich. Erstellt am 17. Juli 2019 (02:40)

Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Perspektive für Sportler ändern kann. Golfprofi Bernd Wiesberger kann ein Lied davon singen. 2018 versäumte Österreichs Nummer eins verletzungsbedingt einen Großteil der Turniere und fiel somit automatisch weit zurück. Das aktive Comeback begann im November 2018, war aber zunächst durchwachsen. Top-Ergebnisse blieben zu Jahresbeginn aus, trist war auch der Blick auf die Weltrangliste.

Mitte Mai war die einstige Nummer 23 (nach dem nunmehr zweitgrößten Erfolg, dem Sieg bei den Open de France 2015) mit Platz 389 ausgewiesen. Gute sieben Wochen später sieht die Situation völlig konträr aus: Rang 40 im World Ranking, zwei Turniersiege in Dänemark und Schottland (der neue Karriere-Höhepunkt) und Platz eins im Race to Dubai, der europäischen Jahreswertung 2019, beweisen die Topform des 33-Jährigen und vor allem die Konstanz auf höchster Ebene. Mental scheint er topfit, körperlich hat der Südburgenländer ebenfalls hart gearbeitet.

Die Voraussetzungen für das anstehende British Open sind also gut wie nie. Trotzdem wäre es vermessen, ihn deshalb in eine Major-Favoritenrolle zu stecken. Weil die Luft an der Weltspitze, die fast geschlossen vertreten sein wird, dünn ist. Da müsste schon alles passen und die bärenstarke Serie an Top-Runden weitergehen. Ein Geheimtipp ist er aber allemal.