Weniger wäre mehr gewesen. Über die Verteilung des ÖFB-Hilfsfonds.

Von David Marousek. Erstellt am 09. Juli 2020 (02:39)

Der ÖFB-Hilfsfonds war an sich als ein gemeinsamer symbolischer Hilfsakt des Österreichischen Fußball-Bundes mit den Partnern und dem Nationalteam (angeführt von Kapitän Julian Baumgartlinger) an den Amateurfußball gedacht.

Diese starke Solidarität bedeutete, dass insgesamt 1.150.000 Euro an die heimischen Klubs ausgeschüttet wurden – in Höhen von 1.000 bis 2.000 Euro. ÖFB-Präsident Leo Windtner sprach noch bei der Verkündung der Hilfsmaßnahmen davon, dass „niemand auf der Strecke gelassen“ werde. Nach der Auszahlung verstehen viele Vereine die Welt nicht mehr, weil sie nicht berücksichtigt wurden.

Laut ÖFB haben 800 Klubs einen positiven Bescheid erhalten, insgesamt gingen 1.400 Anträge ein – das wäre immerhin mehr als jeder zweite gestellte Antrag. Gut so, oder? Die Realität spricht im Burgenland laut den Vereinen aber eine andere Sprache. Aus der angekündigten Hilfestellung für alle wurde ein Wettbewerb. Nun herrscht Missgunst und teilweise Unverständnis.

Dabei hätte es sich die ÖFB-Jury deutlich einfacher machen können. Anstatt eines Rankings und eines Zweistufen-Belohnungssystems (von 2.000 oder 1.000 Euro wird kein Verein gerettet) wäre das Gießkannenprinzip wohl deutlich besser angekommen. Etwas mehr als 800 Euro hätten für jeden Klub rausspringen können – die richtige Symbolik inklusive.