Streit in Stadt-SPÖ landete bei Staatsanwaltschaft. Nach Anzeige wegen angeblich gehacktem E-Mail Konto von Dietmar Misik stellt Staatsanwalt Verfahren ein. Beschuldigter war Parteifreund Ewald Hasler.

Von Michael Pekovics. Erstellt am 18. Januar 2017 (05:55)
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„Mehr Geld für die Innenstadt bereit zu stellen, ist löblich“, sagte SPÖ-Vizebürgermeister Dietmar Misik.
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An den Stammtischen kursierten schon länger Gerüchte, in der Vorwoche wurde der Fall „Misik gegen Hasler“ dann schlussendlich öffentlich. Weil nämlich die Staatsanwaltschaft Eisenstadt die Ermittlungen gegen SPÖ-Stadtrat Ewald Hasler eingestellt hat.

Misik sieht sich und seine Familie als Opfer

Misiks Parteifreund Ewald Hasler war für die Ermittler der Hauptverdächtige. Das Verfahren wurde jetzt eingestellt.
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Die Vorgeschichte: SPÖ-Vizebürgermeister Dietmar Misik wollte im März 2016 eine Osteraussendung per Post an 3.500 Oberwarter Haushalte versenden. Vor der Freigabe des Schriftstücks – so behauptet er – müsse sich jemand Zugang zu seinem E-Mail Konto verschafft haben, weil der Text plötzlich voller Fehler war: „Von dieser Aussendung wussten nur drei Personen: Ewald Gossy, Ewald Hasler und ich. Und während ich mit Gossy unterwegs war, kam ein E-Mail an – das habe ich dann der Polizei zu Protokoll gegeben. Und auch, dass es immer wieder fehlgeschlagene Login-Versuche gegeben hat, nachdem ich das Passwort geändert hatte.“

Die Sache nahm ihren Lauf, eine Sachverhaltsdarstellung wurde gemeinsam mit einem Wiener Anwalt an die Staatsanwaltschaft geschickt, diese leitete wiederum Ermittlungen ein. „Ausdrücklich gegen meine Person, dabei habe ich nichts getan“, wie Hasler betont. „Ich wurde von den Geschädigten, dem Ehepaar Misik und Ewald Gossy, beschuldigt, das ist Fakt.“

Gossy war bis Redaktionsschluss für die BVZ nicht erreichbar, Misik rechtfertigt sich so: „Ich habe nur zu Protokoll gegeben, was passiert ist. Dass gegen Hasler ermittelt wird, wollte ich nicht.“ Der wiederum sieht sich und seine Familie in dieser Sache als Opfer: „Das war eine harte Zeit für uns. Interessant ist auch, dass das angebliche veränderte E-Mail bis heute nicht gefunden wurde. Mehr sage ich dazu nicht.“

Misik will jedenfalls bei der bevorstehenden Gemeinderatswahl als SPÖ-Spitzenkandidat in Oberwart antreten: „Ich habe vier Jahre lang gearbeitet, davon gehe ich aus.“ Hasler selbst schließt bis dahin „nichts aus“.