Im Handumdrehen zum Kunstwerk. Verena Krug-Heinisch ist Kunsthandwerkerin. Über die erste eigene Werkstatt, Hürden und Dinge, die in Ton gemeißelt sind.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 29. September 2019 (03:45)
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V für Verena. Die taffe Kunsthandwerkerin Verena Krug-Heinisch bietet in ihrem Atelier in Bernstein Töpferkurse an. Gefertigt werden beispielsweise Blumentöpfe, Türschilder und viele andere Deko-Gegenstände.
Vanessa

Die Fingernägel sind kurz geschnitten. Praktisch muss die Maniküre in ihrem Job schon sein, erklärt Verena Krug-Heinisch lachend, als wir sie in ihrem Atelier in Bernstein besuchen. Mit gerade einmal 24 Jahren hat sich die hübsche junge Frau in die Selbstständigkeit und auch in die Fußstapfen ihrer Eltern zu steigen getraut.

„Als Kind hab ich natürlich viel Zeit in der Werkstatt meiner Eltern verbracht"

Die heute 27-jährige Südburgenländerin ist gelernte Keramikerin, wie ihre Mama. Der Papa ist Hafnermeister und was im Hause Krug den Ton angibt, ist an dieser Stelle wortwörtlich zu verstehen. Das kühle Material, das dann frisch aus dem Ofen gebrannt oft so herrlich andere Farben zaubert, erfüllt Verenas Herz von klein auf mit Leidenschaft. „Als Kind hab ich natürlich viel Zeit in der Werkstatt meiner Eltern verbracht. Wo andere mit Plastilin gespielt haben, hab ich eben mit echtem Ton gebastelt.“

Krug-Heinisch besucht die Keramikfachschule in Stoob, arbeitet bei ihrem Vater im Hafnerbetrieb mit und weiß bereits mit 24 Jahren ganz genau: „Ich möchte ein eigenes kleines Atelier betreiben und Töpferkurse anbieten.“ Dass der Markt im Burgenland doch sehr gesättigt ist, schreckt die Kunsthandwerkerin nicht ab, im Gegenteil: „Es gibt außer meiner Mama und mir sogar noch einen Betrieb in Bernstein und trotzdem hat jeder genug Arbeit. Man muss eben nur seine eigene Nische finden“, weiß sie.

Ihre Töpferkurse sind gut besucht, vorwiegend von Frauen zwischen 25 und 70 Jahren, aber auch Schulklassen und Kindergeburtstage werden in der Werkstatt künstlerisch zelebriert. „Da kommen Mütter mit Kindern oder Freundinnen, die gemeinsam etwas Neues ausprobieren möchten. Und es ist immer toll zu sehen, wie zum Beispiel Menschen die in der Arbeit nur mit Computern zu tun haben, sich an dem Handwerk erfreuen“, erzählt Verena Krug-Heinisch.

Auch ein Mini-Geschäft macht viel Arbeit

Gruppenkurse oder Einzelstunden auf der Töpferscheibe – alles geht im kleinen Atelier der Künstlerin - im Handumdrehen, sozusagen. Gefertigt werden beispielsweise Blumentöpfe, Türschilder und viele andere Deko-Gegenstände. „Aus Tropfen die beim Glasieren runterfallen mache ich Ohrstecker.“ Ihr kleines Atelier, das sie seit 2018 nun in Bernstein betreibt, ist für Verena die große Berufswelt.

„Ich weiß, dass ich meinen Traum leben darf, dafür bin ich sehr dankbar und wenn ich in der Früh die Werkstatt aufsperre, dann denk ich mir oft, wie gerne ich doch in die Arbeit gehe“, so die 27-Jährige lachend. Auch wenn ihr Mini-Geschäft, wie sie selbst sagt, „schon ein gscheiter Brocken an Arbeit ist. Bürokratie, Rechnungen und Buchhaltung wollen nämlich auch erledigt werden.“

„Ich weiß, dass ich meinen Traum leben darf, dafür bin ich sehr dankbar"

Ganz für sich selbst sitzt Verena daher auch immer seltener an der Töpferscheibe. „Für eigene Ideen bleibt leider wenig Zeit im laufenden Betrieb.“ Und was schenkt man sich im Hause Krug zu Weihnachten? Auf jeden Fall keine Keramik denn das wäre echt unfair,“ antwortet die jüngste von drei Keramikern in der Familie schmunzelnd.