Ein Haus für alle Volksgruppen

Obmann Ludwig Frauer hat große Pläne. Unterstützung findet er dafür bei Stadtchef Rosner.

Erstellt am 31. Januar 2021 | 06:02
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Ludwig „Wickerl“ Frauer ist Obmann des Burgenländisch-Ungarischen-Kulturvereines. Sein großer Wunsch: Ein Volksgruppenzentrum für Oberwart.
Foto: #viewitlikejenni

Mit rund 800 Mitgliedern ist der Ungarische Kulturverein einer der größten Vereine der Stadt. Seit knapp einem halben Jahr ist Ludwig Frauer Obmann. Er folgte auf Iris Zsótér, die sich aus beruflichen Gründen in die zweite Reihe verabschiedete, nach. „Zsoter will sich vor allem auf die pädagogische Ausrichtung des Vereins und die Arbeit im Volksgruppenbeirat konzentrieren“, erklärt der Neo-Obmann, den man auch als „Frauer-Wickerl“, weit über die Landesgrenzen hinaus kennt.

„Ich hingegen bin vor allem für das operative Geschehen im Verein zuständig und da gibt es einiges zu tun“, macht Frauer neugierig.

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„Es würde keinen besseren Ort für ein Volksgruppenzentrum geben als die Stadt der Vielfalt. Jede Volksgruppe lebt seine Kultur und es gibt ein vorbildliches Miteinander.“ Bürgermeister Georg Rosner

„Wir haben ein Projekt vom Bundeskanzleramt aufgegriffen, wo wir als Verein sogar als Projektkoordinator fungieren. Hier geht es darum alle ungarischen Vereine in Österreich vom vom Neusiedler See bis zum Bodensee zu vernetzten. In erster Linie mithilfe eines Online-Mediums virtuell, aber natürlich zählt auch das persönliche Netzwerk“, erklärt Frauer, der noch einen weiteren „großen Fisch“ für die Stadt angeln will.

„Es gibt Sonderfördertöpfe des Bundeskanzleramts, die allerdings noch nicht definiert sind, wo es darum geht, Projekte von und für Volksgruppen umzusetzen. Mich beseelt der Gedanke, vorausgesetzt wir können die Förderung auslösen, in Oberwart ein Volksgruppenzentrum umzusetzen“, erklärt Frauer.

Gespräche mit der Stadtgemeinde gibt es bereits, wie auch Stadtchef Georg Rosner im Gespräch mit der BVZ bestätigt. „Es würde keinen besseren Ort für ein Volksgruppenzentrum geben als die Stadt der Vielfalt. Jede Volksgruppe lebt seine Kultur und es gibt ein vorbildliches Miteinander. Wenn wir das Geld bekommen, wo ich mich sehr dafür einsetze, dann werden wir auch erreichen, dass das Zentrum gebaut wird“, zeigt sich Rosner positiv gestimmt. Ludwig Frauer, selbst Burgenland-Ungar mit „Leib und Seele“, will in seiner Amtszeit aber nicht nur alle ansässigen Volksgruppen ein Stück näher zusammenbringen, sondern auch die Deutsch sprechende Bevölkerung mehr in die Arbeit des Burgenländisch-Ungarischen-Kulturvereins miteinbinden. „Es geht auch um Traditionspflege, die man gemeinsam besser leben kann“, meint Frauer, dem auch die Förderung und Erweiterung der Musikgruppen, des Singkreises, der Volkstanzgruppen und von gesellschaftlichen Veranstaltungen sehr am Herzen liegt.