Gewagter Wohnbau in Hubschrauber-Anflugschneise . Hinter dem Gesundheitszentrum ist ein neues Wohnhaus geplant – direkt unter der Anflugschneise des Rettungshubschraubers.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 15. November 2018 (04:38)
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Hürde. Das Rote Kreuz verliert seinen Mitarbeiterparkplatz, sollte die neue Wohnanlage in der Billrothgasse errichtet werden.
Vanessa

Groß scheint sie zu werden, die neue Wohnanlage in der Billrothgasse. 18 Wohnungen sollen hinter dem Gesundheitszentrum entstehen. „Die Größen der Wohnungen werden buntgemischt“, so Grundeigentümer Johann Grandits. Auch eine Tiefgarage ist geplant. Die Bauverhandlungen dafür sind bereits im Gange, Baubescheid gibt es aber, so Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner, noch keinen.

Und ob der Bescheid überhaupt erteilt werden wird, hängt auch von einer „höheren Macht“ ab, nämlich von der Einhaltung von luftfahrtrechtlichen Vorschriften, denen der Rettungshubschrauber Christophorus 16 und seine Intensiv-Kollegen mit Propeller unterliegen, denn: Der offizielle Landeplatz für den Hubschrauber ist nur wenige Meter vom neugeplanten Wohnhaus entfernt und dem nicht genug, würden die neuen Wohnungen dann auch noch exakt unter der Anflugschneise des Rettungshubschraubers stehen.

„Das wird auf jeden Fall laut für die künftigen Bewohner“ C-16 Pilot Fritz Wallner über das geplante Wohnhausprojekt, das nur wenige hundert Meter von Hubschrauberlandeplatz entfernt ist

C-16 Stützpunktleiter und Pilot Fritz Wallner dazu: „Der Landeplatz neben dem Krankenhaus ist ein offizieller genehmigter Flugplatz, hier gelten strenge Auflagen. Fakt ist auch, dass ich als Pilot bei entsprechenden Windverhältnissen, die im Übrigen fast immer vorherrschen, genau über dem geplanten neuen Wohnhaus den Start- oder Landeanflug absolvieren werde, da die Anflugschneise ebenfalls behördlich geregelt ist.“

Rotes Kreuz verliert Mitarbeiterparkplatz

Wallner gibt weiter zu bedenken, „dass wir in einer relativ geringen Höhe über dem Haus fliegen werden. Das wird in jedem Fall laut für die künftigen Bewohner.“ Auch im unmittelbar angrenzenden Gebäude, dem Gesundheitszentrum (GHZ), gibt es Wohnungen. Und obwohl, so Wallner, die Anflugschneise nicht direkt über dem GHZ verläuft, gäbe es hin und wieder Beschwerden wegen Lärmbelästigung. Der Pilot weiter: „Dass der Intensivhubschrauber jetzt auch nachts fliegen darf, muss man ebenfalls berücksichtigen.“

Der Grundeigentümer war bezüglich Hubschrauber zu keiner Stellungnahme bereit. Weitere Hürde für das Projekt: Wird das geplante Wohnhaus realisiert, verliert das Rote Kreuz seinen Mitarbeiterparkplatz, denn ebendort soll im neuen Jahr die Wohnanlage entstehen. „Wir suchen bereits mit der Gemeinde nach einer Lösung“, so Thomas Wallner, Landesgeschäftsleiter vom Roten Kreuz. Bürgermeister Rosner: „Eine Möglichkeit wäre, den Parkplatz 50 Meter nach oben zu versetzen. Aber wir müssen die baulichen Gegebenheiten erst noch genau klären.“