Junge Pioniere für altes Wissen: Saat macht die Ernte. Am Sepplashof wächst, was gut ist. 500 verschiedene Kräuter, Gemüse- und Pflanzensorten zum Beispiel – und die Excel Liste vom Max.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 27. Mai 2020 (06:10)

Okay, zugegeben: Dieser Artikel beginnt schräg, lesen Sie bitte trotzdem unbedingt weiter! Seuchen, die Pest, Tsunamis, Buschbrände oder Corona 2020 – Mutter Natur „war dabei“. Vor allem aber, hat sie immer überlebt, weitergemacht, sich ihren Weg gebahnt, sprich: Die Natur ist einfach unschlagbar und mega! Und das wiederum weiß kaum jemand so gut und vor allem so zu schätzen, wie das Team vom Sepplashof in Litzelsdorf. Vor sieben Jahren begannen Michaela Fassl und Max Uitz sich mit Gemüseanbau und Aufzucht von Jungpflanzen selbstständig zu machen. Mittlerweile ist nicht nur das grüne Angebot auf über 500 verschiedene Kräuter-, Gemüse- und Pflanzensorten gewachsen, sondern auch das Team selbst mit Lukas Brandl an Bord. Gemeinsam lebt und zieht man am Sepplashof an einem Strang – und Pflanzen, die zieht man aus Leidenschaft und auch von Berufswegen.

„Wir haben wirklich mit nichts begonnen, nicht mal einen Folientunnel hatten wir und kaum Ahnung davon, welche Erde für welchen Topf passt. Und an den sehr arbeitsintensiven Tagen, fühlt es sich oft noch immer an wie am Anfang“, gesteht Michaela Fassl lachend. Bis auf die Topfpresse, wird am Sepplashof wirklich alles händisch gemacht – konkret heißt das beispielsweise 11.000 (!) Blumentöpfe befüllen, vom Ziehen der Samen gar nicht erst zu sprechen. „Das ist eine Wissenschaft für sich, lassen wir das lieber, sonst rede ich morgen noch“, gesteht Ökologe und Gärtnermeister in Ausbildung, Max Uitz, lachend. „Aber du bist auch ein echter Freak“, wirft Michaela lachend ein, denn „wer hat schon gefühlt tausende Excel-Listen mit Samen, Kräutern, Erde, Gemüsesorten und weiß der Kuckuck darin? Ganz genau, der Max!“

Corona-Verkaufskonzept als Naturerlebnis

Aus winzigen Samenkörner wertvolle Nahrungsmittel zu zaubern – so das Credo vom Sepplashof und auch wenn die zertifizierte Bio-Vielfalt an Pflanzen längst kein Geheimtipp mehr ist scheint dem Wachstum des kleinen Betriebes kaum eine Grenze gesetzt. Max sagt: „2020 haben wir enorm viele neue Kräuter ausprobiert. Aber da geht noch viel mehr. Wenn man bedenkt, dass es bis zu 9.000 verschiedene Tomatensorten gibt, ist unser Zenit noch lange nicht erreicht.“

Aber dann kam Corona, die Pflanzen wuchsen zwar unbeirrt weiter, aber in puncto Verkauf stand das Trio vom Sepplashof plötzlich vor einer Herausforderung. „Der Sepplashof lebt zum Großteil vom Verkauf auf Pflanzenmärkten und deswegen mussten wir unser Verkaufskonzept dann rasch anders organisieren, schließlich fiel die Pandemie auch in die Hochsaison der Gartenarbeit“, erzählt Michaela. Aus den ursprünglich „Ab Hof- Verkaufstagen“ wurden einige mehr. „Auch die Online-Bestellungen über den Webshop stiegen steil an und mittlerweile dürfen wir ja auch wieder die Gastronomie mit unserem Gemüse und Kräutern beliefern.“ Übrigens: Heute, Donnerstag und morgen, Freitag 21. Mai, stehen die Tore des Sepplashofes von 10 bis 18 Uhr anlässlich der Kräuter-Raritäten-Tage offen. Und Sicherheitsabstand zu den Blumentöpfen muss beim Schlendern und Gustieren durch die grüne Pflanzenvielfalt auch nicht berücksichtig werden – versprochen.