Oberwarts Gastronomie: Gemischte Gefühle beim Neustart

Nach der Wiedereröffnung sind viele Gastronomen verunsichert. Die Gäste kommen zwar, aber nicht im erwünschten Ausmaß. Die Strafen bei Verstößen könnten Existenten kosten.

Erstellt am 16. Dezember 2021 | 05:51
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Gastronomie Symbolbild
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Foto: Spitzi-Foto, Shutterstock.com

Handel, Gastronomie und Hotels sind Kummer mittlerweile gewohnt, trotzdem überwiegt nach wie vor die Freude, wenn es nach jedem Lockdown heißt: „Wir dürfen wieder öffnen“. Die ersten Tage nach dem großen Wiedersehen sind vielversprechend verlaufen, wie auch Jürgen Grandits, Geschäftsführer des Lokals „Gotthards Bank“ im Gespräch mit der BVZ schildert: „Die Gäste kommen und halten sich an die Maßnahmen. Das ist für uns wichtig und auch richtig“, so Grandits.

„Wir haben von Beginn an streng kontrolliert und das wissen unsere Gäste auch“
Jürgen Grandits vom Lokal „Gotthards Bank“

Die Auflagen — 2G, FFP2-Maske außerhalb des Sitzplatzes, die Sperrstunde um 23 Uhr und das Geleiten des Gastes zum Platz — seien für ihn kein Problem. „Wir haben von Beginn an streng kontrolliert und das wissen unsere Gäste auch“, so Grandits, dessen Sorgenfalten sich aktuell mehr ums Personal drehen.

„Wir sind nach wie vor in Kurzarbeit, weil das Geschäft natürlich bei Weitem nicht das ist, was es sein sollte und wenn Mitarbeiter über so viele Monate nur 80 Prozent ihres Lohnes bekommen und das Trinkgeld nicht in entsprechendem Ausmaß fließt, dann muss man sich die Frage stellen, wie lange das noch gut geht“, fasst Grandits die Probleme zusammen. Mit rund 800 Euro weniger Einkommen müsse man erst einmal durchkommen. „Und jetzt sind bei vielen auch schon die Reserven aufgebraucht“, schildert Grandits.

„Die Leute freuen sich, dass sie wieder rauskommen. Für die Geschäftstreibenden ist die Situation keine angenehme.“
Verena Schermann, Wirtschaftskammer-Regionalstellenleiterin

Ein Umstand, der auch Wirtschaftskammer-Regionalstellenleiterin Verena Schermann Kopfzerbrechen bereitet: „Man merkt, dass die Bewegung sowohl in der Gastronomie, als auch im Handel da ist, aber mit viel Luft nach oben.“ Aufholen könne man das Geschäft nicht, „aber die Leute freuen sich, dass sie wieder rauskommen. Für die Geschäftstreibenden ist die Situation keine angenehme.“

Das sieht auch Carmen Weyse vom Tamdhu so, denn „gerade für Gastronomen, die sich bemüht haben, alle Hausaufgaben erledigt haben und die Verordnungen sehr genau genommen haben, ist es eine schwierige Situation.“ Man sei, so Weyse, nicht nur für das eigene Lokal und das Personal verantwortlich, sondern für jeden Gast.

„Das ist ein irrsinniger Mehraufwand und Verantwortung, die eigentlich nicht in die Kompetenz eines Gastronomen falle. Für uns ist es daher umso unverständlicher und frustrierender, dass es Menschen gibt, die sich nicht impfen lassen und uns somit die Chance verwehren aus diesem Kreislauf herauszukommen.“