Oma ist im Internet "zuhause". Weil das Enkerl verreist, lernt Irma Ziermann „skypen“. Mit 75 Jahren, im Alleingang und ohne davor je einen PC gesehen zu haben.

Von Vanessa Bruckner. Erstellt am 20. Oktober 2019 (03:27)
BVZ

Sie war noch niemals in New York und hat Österreichs Grenzen mit ihren bald 79 Jahren nur zweimal überquert. Irma Ziermann ist leidenschaftliche „Allhauerin“, die ihr Leben lang eine Landwirtschaft geführt hat. Mit der Technik hatte sie nie viel am Hut und einen Computer kannte sie nur aus Zeitung und Fernsehen. Bis die Lisa nach Amerika gegangen ist. Lisa ist Frau Ziermanns Enkelin und damit die Oma die Lisa auch am anderen Ende der Welt sehen und hören konnte, hat die Irma skypen gelernt.

„Meine Tochter hat mir das einmal gezeigt. Das war schon allerhand, da plötzlich die Lisa auf dem Bildschirm in Amerika zu sehen“, erinnert sie Frau Ziermann lachend. Umso bemerkenswerter die Tatsache, dass die rüstige Pensionistin binnen kurzer Zeit quasi im Alleingang einen Laptop bedienen lernte. „Ich hab ein paar Mal zugeschaut und dann die Lisa selber probiert anzurufen. Die konnte es nicht glauben, dass ich das alleine geschafft hab.“ Heute hat die Irma selbstverständlich auch einen Email- und Facebook-Account. „33 Freunde hab ich dort, aber meistens schau ich, was für Fotos die Gemeinde postet“, erzählt sie.

Auf die Frage, wer ihr denn die Welt der Sozialen Medien nähergebracht habe, antwortet die Irma: „Niemand. Ich hab halt einfach immer wo draufgeklickt mit der Maus.“ Am liebsten gucke sie aber die Webseiten der Bestatter durch. „Wenn die Glocken läuten, dann setz‘ ich mich sofort an den Computer und schau nach, welche Parte online ist. Ich weiß somit immer als Erste von unserer Bankerlrunde, wer gestorben ist.“