Markt Neuhodis

Erstellt am 31. Mai 2017, 16:33

von Michael Pekovics

Bürgermeister Wallner: Ein Abschied im Ärger. Nach der Bestellung von Klaus Glavanics zum Spitzenkandidaten der SPÖ Markt Neuhodis meldet sich der amtierende Ortschef Johann Wallner (SPÖ) zu Wort und lässt kein gutes Haar an der Vorgehensweise der Partei.

Markt Neuhodis-Bürgermeister Johann Wallner (SPÖ).  |  Michael Pekovics

Nach der Bestellung von Klaus Glavanics zum Spitzenkandidaten der SPÖ Markt Neuhodis meldet sich der amtierende Ortschef Johann Wallner (SPÖ) zu Wort und lässt kein gutes Haar an der Vorgehensweise der Partei: „Die Bestellung war in keinster Weise statuengemäß. Ich habe persönlich nichts gegen Klaus Glavanics, wir kommen gut miteinander aus, daran wird sich auch nichts ändern. Aber über die Vorgehensweise der Bestellung ist niemand glücklich.“

„Reanimierung des Herrn Wallner wird es sicher nicht mehr geben“Wallner will nicht mehr zur Verfügung stehen

Was war geschehen? Zwei Jahre lang war Wallner auf der Suche nach einem geeigneten Nachfolger. Weil keiner gefunden werden konnte, kündigte er laut seinen Angaben gegenüber den Spitzen der Partei Mitte März an, er würde nach Rücksprache mit seiner Gattin eine weitere Periode – die insgesamt vierte – zur Verfügung stehen.

Bürgermeister Johann Wallner (SPÖ).  |  Daniel Fenz

Doch es kam anders, bei einer Versammlung im kleinen Kreis – ohne Wallner, der dieses Zusammentreffen aufgrund einiger Misstöne bereits frühzeitig verließ - am vergangenen Samstag wurde Glavanics zum SPÖ-Spitzenkandidaten bestimmt.

Laut Wallner deshalb, weil „kommuniziert wurde, dass der Wallner keine guten Kontakte mehr ‚nach oben‘ hat, weil er die Hand, die ihn füttert, mehrfach gebissen hat: Wenn ihr eine Schule wollt, dann braucht ihr ein neues Gesicht, mit Wallner braucht ihr es nicht probieren – so wurde es mir sinngemäß von mehreren Personen mitgeteilt und bestätigt“, ärgert sich der in Ungnade gefallene Noch-Ortschef.

Denn zur Verfügung will Wallner nicht mehr stehen: „Eine Reanimierung des Herrn Wallner wird es mit Sicherheit nicht mehr geben. Ich habe eine Zeitlang den Mund gehalten, aber jetzt habe ich nichts mehr zu verlieren: Die lieben Freunde an den Hebeln der Macht müssen zur Kenntnis nehmen, dass jedem irgendwann einmal die Luft ausgeht, die Machtberge wachsen nicht in den Himmel. Man wird in Markt Neuhodis sehen, was die Wähler von dieser Vorgehensweise halten.“

Rücktritt wird vermutlich noch diese Woche vollzogen

Als Hintergrund für seine Abfuhr vermutet Wallner die Vorgänge im Wasserverband Südliches Burgenland vor einigen Monaten. Da hatten sich nämlich aufgrund der Gemeinderatswahl vor fünf Jahren die Mehrheitsverhältnisse von rot auf schwarz geändert, weshalb mit Oberwarts ÖVP-Bürgermeister Georg Rosner ein neuer Obmann bestellt wurde. Wallner soll von höchster Stelle für den Verlust dieser Machtposition verantwortlich gemacht worden sein.

Bürgermeister Johann Wallner (SPÖ, rechts).  |  Michael Pekovics

Wallner dürfte noch im Lauf dieser Woche, vermutlich am Freitag, von seinem Amt als Bürgermeister zurücktreten. Der Vizebürgermeister hat dann drei Wochen Zeit, um eine Gemeinderatssitzung einzuberufen, wo die SPÖ einen Nachfolger für das Mandat von Wallner bestimmen muss. Der Gemeinderat muss dann aus seiner Mitte einen interimistischen Bürgermeister wählen, der das Amt bis zur Neuwahl ausüben wird.

Der scheidende Ortschef Wallner darf getrost als Urgestein der südburgenländischen Sozialdemokratie bezeichnet werden, er trat bereits mit elf Jahren, also im Jahr 1969 der Sozialistischen Jugend bei und ist seit 1976 bereits 41 Jahre Parteimitglied.