Prüfungen für neue Grabungen laufen. Das Bundesdenkmalamt fand Patronenhülsen nahe des Kreuzstadels. Grabungen könnten im Jänner 2019 gestartet werden.

Von Daniel Fenz. Erstellt am 24. November 2018 (07:54)
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Neue Suche nach Massengrab. Sobald rund 30 Zentimeter Erde abgetragen wurden, beginnen die Archäologen in dieser Woche mit tiefergehenden Grabungen an verdächtigen Stellen.
BVZ, Pekovics

In der Nacht vom 24. auf den 25. März 1945 wurden 180 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn ermordet. Ihre Leichen sollen beim Kreuzstadel begraben worden sein, bis heute wurden sie aber noch nicht gefunden. Vorige Woche führten Mitarbeiter des Bundesdenkmalamtes eine Suche mit Metalldetektoren durch.

Dabei wurden Patronenhülsen in der Remise gefunden, „Diese stammen aus Pistolen. Jetzt laufen die Prüfungen, wir schauen uns diese genau an. Ersten Vermutungen nach dürften diese von der deutschen Wehrmacht stammen“, erklärte Franz Sauer vom Bundesdenkmalamt. In dieser Umgebung wird dann wohl erst im Jänner mit Grabungen begonnen werden.

Grabungen abhängig vom Grundeigentümer

„Wir führen aber erst die Gespräche mit dem Grundeigentümer. Leider wurden in den letzten 70 Jahren viele falsche Fährten gelegt. Der aktuelle Fundort befindet sich zwischen dem Kreuzstadl und dem ehemaligen Bahnhof in Rechnitz.“ Sollten die Verhandlungen positiv verlaufen, so geht Sauer sogar davon aus, dass bereits heuer die Grabungen gestartet werden könnten. „Das ist aber nur möglich, wenn der Grundeigentümer seine Einwilligung dazu erklärt.“ Ortschef Martin Kramelhofer begrüßt die Grabungen: „Die Bevölkerung wäre froh, wenn man diese Überreste endlich findet. Die Gemeinde unterstützt die Grabungen.“

Horst Horvath von der Gedenkinitiative „RE.F.U.G.I.U.S.“ meint dazu: „Wir suchen in einem Gebiet, wo tausende Schützengräben im Weltkrieg errichtet waren. Natürlich geht es auch uns darum, dass wir endlich das Grab finden und den Toten eine Ruhestätte geben können.“