Suchgrabungen in Rechnitz: „Skizze zeigt ein Grab“

Das Bundesdenkmalamt führt erneut Suchgrabungen, nach den vor 76 Jahren beim Kreuzstadl ermordeten jüdischen Zwangsarbeitern, durch. Vielleicht zum letzten Mal.

Erstellt am 29. April 2021 | 06:04
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Foto: Daniel Fenz

Vor 76 Jahren wurden beim Kreuzstadl 180 jüdische Zwangsarbeiter aus Ungarn von den Nationalsozialisten ermordet. Seit Montag geht die Suche nach den Ermordeten in Rechnitz weiter. Man stützt sich dabei auch auf eine Planskizze aus dem Jahr 1964, die in alten Akten der Gemeinde entdeckt wurde. Dass auf dem Grundstück gegraben werden darf, ist dem Eigentümer zu verdanken, der sich mit den Grabungen einverstanden erklärte.

„Die Skizze zeigt eine Markierung, an deren Stelle sich möglicherweise das Grab der Massakeropfer befindet“, erläuterte Archäologe Franz Sauer von der Abteilung Archäologie des Burgenlandes im Bundesdenkmalamt. Er stellte fest, dass es sich bei den gerade angelaufenen Arbeiten vermutlich um die letzten handeln werde, die vom Bundesdenkmalamt organisiert und zum größten Teil finanziert werden.

Gegraben wird an mehreren Orten des Grundstücks, insgesamt soll eine Fläche von 1.500 Quadratmetern, systematisch untersucht werden. Als Arbeitsgrundlage dienen dabei auch Erkenntnisse aus geophysikalischen Bodenuntersuchungen. „Wir hatten das Areal schon längere Zeit im Visier“, erzählt Nikolaus Franz von der Arbeitsgemeinschaft Geschichte & Archäologie OG (AGA), die mit der Suche betraut ist und meint weiters: „Wir sind froh, die Annahme, wonach sich an dieser Stelle Gräber befinden könnten, nun überprüfen zu können“, so Franz abschließend. Unterstützt wird man dieses Mal vom Österreichischen Bundesheer. Das Pionierbataillon I aus Villach stellt den Bagger sowie erfahrenes Personal für die Durchführung der Grabungsarbeiten in Assistenzleistung dem Bundesdenkmalamt zur Verfügung.