Stadt Oberwart soll jetzt in die Höhe wachsen

Im Stadtgebiet darf künftig fünfstöckig gebaut werden, mindestens muss ein Neubau aber dreistöckig sein. Vorgeschrieben werden künftig auch Ersatzpflanzungen.

Erstellt am 06. Januar 2022 | 06:14
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Foto: Happy_stocker's

Mit Jahresbeginn wurden die Bebauungsrichtlinien im Stadtgebiet und im Ortsteil St. Martin in der Wart geändert. Die Änderungen sind vielfältig, vor allem aber sollen die neuen Linien dazu beitragen, die Bodenversiegelung im Stadtgebiet einzudämmen und in weitere Folge auch ein Baustein gegen den Klimawandel sein. „Der beste Parkplatz ist der, den man nicht braucht“, trifft es auch Amtsleiter Roland Poiger auf den „grünen“ Punkt. Künftig müssen die neuen Wohneinheiten im Stadtgebiet zwar flächenmäßig kleiner sein, dafür ermögliche man mit den neuen Bebauungsrichtlinien aber höhere Bauten.

„Es geht darum weniger zu versiegeln und mehr das Zentrum zu verbauen“, erklärt Stadtchef Georg Rosner (VP). „Und genau jener Aspekt war uns beim Erstellen fast der wichtigste“, fügt Bauausschussobmann Stadtrat Mario Raba (VP) an. „Diese Sonderbestimmung, dass im Stadtgebiet, also zwischen Lehargasse/Molkereistraße im Norden und der Ganghofergasse/Schlainingerstraße im Süden, Neubauten jetzt mindestens dreigeschoßig sein müssen, maximal aber fünf Geschosse haben dürfen, ermöglicht uns, dass wertvolle Fläche im Stadtgebiet, von der es ohnehin nicht so viel gibt, unverbaut bleibt“, erklärt Raba. Ausnahmen seien, wie auch in den alten Richtlinien, die übrigens aus dem Jahr 2010 stammen, vom Gemeinderat zu beschließen. „Das war auch beim Hochhaus H2 oder dem neuen Bürogebäude der OSG in der Dornburggasse der Fall“, ergänzt Raba.

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Die neuen Bebauungsrichtlinien legen für das Bauland im Stadtgebiet die Einzelheiten der Bebauung fest. Sonderbestimmungen gelten für das Zentrum (rote Linie) und die Bildungs- und Dienstleistungszone (grüne Linie).
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Ebenfalls eine neue Auflage im Baubescheid werden Ausgleichsmaßnahmen sein, sollten Bäume oder Sträucher im Zuge eines Baus gerodet werden müssen. „Hier muss dann in Absprache mit dem Leiter des Wirtschaftshofes eine Ausgleichsmaßnahme erfolgen“, fügt Raba an. Ein weiterer Punkt ist auch die Errichtung von Sonnenkollektoren (thermische Anlagen und Photovoltaik-Anlagen, die bislang nicht in der Bebauungsrichtlinie der Stadt festgelegt waren. Die Anbringung solcher an Fassaden sowie das Aufstellen im Garten kann, wenn dadurch das Ortsbild nicht negativ beeinträchtigt wird, von der Baubehörde im Einzelfall zugelassen werden, heißt es in der neuen Richtlinie.

Weiters wird auch die farbliche Gestaltung von Fassaden geregelt, wonach, grelle Farben künftig unzulässig sein werden. Bei Reihenhäusern und Einfamilienhäusern sind, wie bislang, auch weiterhin zwei Stellplätze für Pkw zu errichten. Neu ist, dass für Wohnungen unter 50 Quadratmeter nur mehr ein Parkplatz festgelegt wird. Eine Rolle spielen künftig auch die Niederschlagswasser, wo vor Baubeginn mit der Behörde zu klären sein wird, ob es ein eigenes Retentionsbecken braucht.