Suche nach Massengrab in Rechnitz hat wieder begonnen

Erstellt am 29. November 2017 | 05:36
Lesezeit: 2 Min
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Neue Suche nach Massengrab. Sobald rund 30 Zentimeter Erde abgetragen wurden, beginnen die Archäologen in dieser Woche mit tiefergehenden Grabungen an verdächtigen Stellen.
Foto: BVZ, Pekovics
Das Bundesdenkmal lässt derzeit in Rechnitz hinter dem Kreuzstadel großflächig Erde abtragen. Neue Luftbildaufnahme aus den USA lieferte Hinweise für Grabungen.
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In Rechnitz hat die Suche nach den Leichen von 180 ermordeten jüdischen Zwangsarbeitern, die in der Nähe des Kreuzstadels begraben worden sein sollen, wieder begonnen. Zuletzt gab es vor drei Jahren einen Versuch, das Massengrab zu finden – allerdings ohne Erfolg.

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Foto: BVZ

Das Bundesdenkmalamt hat jetzt aufgrund einer von der Gemeinde zur Verfügung gestellten Luftbildaufnahme einen neuen möglichen Ort lokalisiert, die Grabungen haben in der Vorwoche begonnen.

Luftbild aus den USA lieferte neue Hinweise

„Wir haben seitens der Gemeinde im Vorjahr Luftaufnahmen aus Amerika gekauft, die von der englischen Luftwaffe stammen“, erzählt der ehemalige Bürgermeister Engelbert Kenyeri. „Diese Bilder wurden analysiert und neue Erkenntnisse daraus gewonnen. Das ist der Grund, warum das Bundesdenkmalamt die neuerlichen Grabungen veranlasst hat.“ Die sich aus den Luftbildern ergebenden Verdachtsfälle beziehungsweise Analysen lieferten die Grundlage für die aktuelle Suche.

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„Dank Erkenntnissen aus alten Luftbilder wurde die Suche wieder aufgenommen“, sagt Engelbert Kenyeri.
Foto: BVZ

Das Foto zeigt eine Fläche hinter dem Kreuzstadel, wo sich ein kleiner Hügel befindet. Dort wird derzeit großflächig Erde abgetragen, die Archäologen erhoffen sich dadurch Hinweise auf mögliche frühere Erdbewegungen.

Bis zu einer Tiefe von 30 Zentimetern sind nun einmal Bagger am Werk, aufgrund von Verfärbungen im Erdreich kann man dann feststellen, ob es in diesem Bereich schon einmal Grabungen größeren Ausmaßes gegeben hat.

Arbeiten dauern drei Wochen an

Einige dieser Verfärbungen wurden bereits gefunden, dabei handelt es sich allerdings um Lauf- oder Schützengräben des Südostwalls. Genau entlang dieser verschlungenen Linie eines Schützengrabens wird jetzt die Erde abgegraben, hier könnten laut den Archäologen die 180 ermordeten jüdischen Zwangsarbeiter verscharrt worden sein. Bis jetzt wurden nur Patronen aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden, die Arbeiten sollen rund drei Wochen dauern.

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