Oberwart: OSG will EKO neu beleben. Intensive Verhandlungen über die Zukunft des Einkaufszentrums EKO: OSG, Bank Burgenland und Kirche verhandeln.

Von Vanessa Bruckner und Michael Pekovics. Erstellt am 08. Februar 2017 (06:15)
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Oberwart Innenstadt City Symbolbild Skyline OSG will EKO neu beleben Neue Pläne für das EKO
Neue Pläne gibt es für die Oberwarter City und das EKO.
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Das Jahr 2017 steht in der Bezirkshauptstadt Oberwart ganz im Zeichen von Planungen – und das hat mehrere Ursachen. Zum einen gilt es, die begonnene Sanierung der Infrastruktur weiter voranzutreiben, zum anderen muss sich die Stadtgemeinde an geänderte Rahmenbedingungen anpassen.

EKO: Zielpunkt-Pleite als neue Chance?

Ganz aktuell zum Beispiel ist die Frage um die Zukunft des innerstädtischen Einkaufs- oder Fachmarktzentrums EKO. Die Gebäude befinden sich im Eigentum der Bank Burgenland, das Grundstück aber gehört der Evangelischen Kirche H.B. So wie übrigens auch das Areal, wo sich die vor einigen Monaten geschlossene Zielpunkt-Filiale befindet.

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Die Arbeiten am STEP Gästehaus, dem neuen „Campus“, schreiten zügig voran. Foto: Pekovics
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Ausgehend davon gibt es derzeit Verhandlungen zwischen der Bank Burgenland, der Kirche – und der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft (OSG), bestätigt Obmann Alfred Kollar: „Konkret geht es um den Westflügel, also jene Seite, die näher bei der Zielpunkt-Filiale liegt“, präzisiert Kollar. Ihm schweben „gewerbliche Flächen im Erdgeschoss und Wohnungen im Obergeschoss“ vor, für konkrete Planungen sei es aber noch zu früh.

Das meint auch Gerhard Nyul, stellvertretender Vorstand der Bank Burgenland: „Es gibt Gespräche, aber das wird alles noch eine Weile dauern, schließlich müssen drei Partner unter einen Hut gebracht werden.“

„Eine Stadt, in der viele Kräne stehen, hat Zukunft.“Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner

Für den dritten im Bunde, Kurator Werner Gangoly, sind die Verhandlungen noch „sehr unausgegoren. Es gibt auch andere Interessenten, wir wären glücklicher, wenn es in Oberwart mehr gäbe, als nur Wohnungen“. Oberwarts Stadtchef Georg Rosner hätte natürlich nichts gegen eine weitere Aufwertung der Innenstadt durch die OSG: „Super, endlich tut sich in diesem Bereich etwas. Aber generell ist zu sagen, dass derzeit viel gebaut wird: Eine Stadt, in der viele Kräne stehen, hat Zukunft.“

Tatsächlich sind derzeit einige Projekte mitten in der Umsetzung: Am weitesten vorangeschritten ist die Baustelle beim neuen Demenzzentrum (Foto unten), hier wurde in der Vorwoche die Dachgleiche gefeiert. Aber auch beim neuen Internat, dem STEP Gästehaus (siehe das Foto weiter oben), ist das Fundament schon teilweise gelegt. Sobald die Witterung es zulässt, geht es hier mit Hochdruck weiter.

„H2“: Bevölkerung wurde informiert

Noch in der Planungsphase steckt hingegen das Hochhausprojekt „H2“, in der Vorwoche wurde die Bevölkerung im Rahmen einer Informationsveranstaltung von den Verantwortlichen präsentiert. OSG-Obmann Kollar und Rosner hatten ja angekündigt, im Vorfeld die Bevölkerung einbinden zu wollen. Und die kam zahlreich zur Informationsveranstaltung, bei der die Verantwortlichen Rede und Antwort standen.

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 Die OSG feierte gemeinsam mit der Diakonie die Gleichenfeier des neuen Demenzzentrums.
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Schräg vis a vis vom Oberwarter Hochhaus soll das neue Prunkstück der Oberwarter Siedlungsgenossenschaft entstehen. Geplant von der Firma BPM, dessen Architekt Anton Holzer ein Gebäude aus zwei Baukörpern vorsieht. Vier Geschosse hin zum Kreuzungsbereich und ein achtgeschossiges Hochhaus in der Evangelischen Kirchengasse (die BVZ berichtete).

Im Zuge eines Infoabends im Gasthaus Drobits stellten Gemeinde und OSG das Projekt H2 jetzt den Oberwartern vor. „Erdgeschoss und erstes Obergeschoss sind bewusst als öffentlicher Raum geplant“, informierte Architekt Anton Holzer.

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Präsentierte das Hochhausprojekt „H2“. OSG-Obmann Alfred Kollar bei der Informationsveranstaltung.
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In Summe sollen neben Geschäfts- und Büroflächen auch 20 Wohnungen – von kleinen Räumlichkeiten (rund 50 Quadratmeter) bis zur großen Dachterrassenwohnung – entstehen. OSG Chef Alfred Kollar (Foto links) betonte: „Es wird für jeden Wohn-Typ etwas dabei sein.“ Und auch wenn es kein Sozialbau im klassischen Sinn werden soll, „leistbar werden sie definitiv sein“.

Ausreichend Tiefgaragenparkplätze seien ebenso vorgesehen, wie eine ökologische Bauweise, die neben Photovoltaik und solarer Warmwasseraufbereitung auch zwei Elektroautos, zehn E-Bikes und entsprechende Tankstellen vorsieht. „Wir wollen den Bewohnern das Carsharing-Modell anbieten“, so der OSG-Chef

1.273 Quadratmeter „klein“ ist das Grundstück, auf dem das Mammutprojekt aufgebaut werden soll, Kostenpunkt 12 bis 14 Millionen Euro. „Wir haben bereits so viele Anfragen, dass der erste Bauteil quasi schon belegt wäre“, freute sich Kollar.

Ob das H2 in naher Zukunft aber wirklich auf festem Fundament gebaut werden wird, „entscheidet am Ende die Baubehörde“, sagte Oberwarts Bürgermeister Georg Rosner abschließend ganz klar. Gibt´s grünes Licht von den zuständigen Behörden, will man im Frühjahr 2018 mit dem Bau beginnen. Die Fertigstellung wäre dann für das Jahr 2020 geplant.