Anzeige nach „Sieg Heil!“ im Gästebuch

Erstellt am 21. April 2022 | 04:43
Lesezeit: 2 Min
Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet
Gegen den Mann wurde Anzeige erstattet
Foto: APA (Webpic)
Das „Anschlussdenkmal“ in Oberschützen zählt heute zum kulturellen Erbe der Region. Bereits zwei Fälle von nationalsozialistischer Wiederbetätigung wurden dort in den letzten zwei Jahren gemeldet.
Werbung

Das nationalsozialistische „Anschlussdenkmal“ wurde nach dem Anschluss an das nationalsozialistische Deutsche Reich 1938/39 in Oberschützen errichtet und zählt heute zu einem Teil des kulturellen Erbes der Region.

Seit 1997 wurde das Denkmal in ein Mahnmal gegen Gewalt und Rassismus umgedeutet. Heute soll das Anschlussdenkmal vor allem als Denk-, Informations- und Lernort dienen.

Mit dem Projekt „Darüber reden“ soll vor allem Akzeptanz und Wissen über dieses sensible Thema in die Bevölkerung und Schulen gebracht werden und Bewusstsein auf die Widersprüchlichkeit des kulturellen Erbe geschaffen werden. In den letzten zwei Jahren wurden dennoch zwei Fälle von Wiederbetätigung gemeldet.

Vor dem „Anschlussdenkmal“ befindet sich ein Gästebuch, das bereits mehrmals ausgetauscht werden musste. Genau wie das erste Gästebuch, beinhaltete auch das zweite Buch einen Eintrag, der gegen das Verbotsgesetz (nationalsozialistische Wiederbetätigung) verstößt. Die Gemeinde geht gegen dieses Verbrechen vor, indem sie ‚Anzeige gegen Unbekannt‘ erstattet. „Wir laden nach wie vor alle ein, bei einem Besuch des ‚Anschlussdenkmals‘ ihre Meinung beziehungsweise ihre Gedanken in dem Gästebuch festzuhalten, sofern sie nicht gegen geltendes Recht verstoßen“, so Ortschef Hans Unger.

Das Buch „Darüber Reden“, wird am Samstag, dem 23. April in der Bücherei Oberschützen im Rahmen der „Langen Nacht der Bibliotheken“ vorgestellt.

Werbung