Flucht aus der Ukraine: Martynovs sind in Sicherheit

Erstellt am 12. März 2022 | 04:34
Lesezeit: 3 Min
Yaroslav Martynov aus Oberschützen und Oksana Aiedmohammadovna aus Tauchen sind gebürtige Ukrainer und setzten alle Hebel in Bewegung, um abseits ihrer Heimat, ihren Landsleuten beizustehen.
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Yaroslav Martynov ist Bademeister im ältesten Freibad des Burgenlandes. Viele kennen den lebensfrohen „Rettungsschwimmer“ aus Oberschützen, aber die wenigsten wissen, dass er aus der Ukraine stammt und seit 2017 in Oberschützen wohnt.

Der Krieg in seiner Heimat macht betroffen und auch das Schicksal seiner Familie, der jetzt zum Teil die Flucht gelungen ist. „In den Medien wurde gezeigt, dass um 4 Uhr nachts die Stadt bombardiert werden soll, in der meine Familie lebt. Innerhalb von 20 Minuten haben meine Schwester und meine Mutter dann alles zusammengepackt und sind Richtung polnische Grenze gefahren“, schildert Yaro das Schicksal.

Wollen zurück in die Heimat

Yaroslavs Vater und die Großeltern sind weiterhin in der Ukraine. Sechs Tage lang waren seine Schwester und Mutter in einem polnischen Auffanglager untergebracht, bis Yaro seine Familie endlich am Bahnhof in Wien in die Arme schließen konnte. Mittlerweile sind die beiden in Oberschützen empfangen worden. „Sobald meine Schwester und meine Mutter wieder in die Heimat können, wollen sie das auch machen“, erzählt Martynov.

Von der Gemeinde und Bürgermeister Hans Unger gibt es die volle Unterstützung für die Familie Martynov. „Die Gemeinde steht mit Rat und Tat zur Seite für Menschen die aus der Ukraine in unsere Gemeinde kommen. Halten wir zusammen. Helfen wir, wo Hilfe gebraucht wird“, das Credo von Unger, der sich auch bei allen bedankt, die ihre Hilfe angeboten haben und Spendenaktionen ins Leben gerufen haben, wie auch die Nachbarschaftshilfe Oberschützen.

Nur wenige Kilometer weiter, in Tauchen, lebt die gebürtige Ukrainerin Oksana Aiedmohammadovna, die seit Beginn der Flüchtlingswelle fast täglich nach Wien zum Hauptbahnhof fährt, um dort Flüchtlinge mit heißen Getränken oder Hygieneartikeln zu versorgen. Die dabei entstehenden Kosten, wie beispielsweise Spritkosten nimmt die gebürtige Ukrainerin freiwillig auf sich.

„Meine Frau fährt in der Früh um fünf schon nach Wien und kommt meistens erst wieder am nächsten Tag in der Früh nach Hause. Sie hilft Tag und Nacht“, erzählt Ehemann Sediq. Die diplomierte Psychologin betreut die Flüchtlinge allerdings auch psychologisch und beruhigt sie nach ihrer Ankunft in Wien. Gemeinsam mit ihrem Mann Sediq Aiedmohammad spendet sie allerdings auch Hilfsgüter an Bedürftige. In seinem kürzlich eröffnetem „Blitz“-Geschäft in Oberwart nimmt Sediq Aiedmohammad ebenfalls Sachspenden für Kriegsflüchtlinge an. „Wer spenden will, kann gerne immer etwas ins Geschäft bringen“, so Sediq.

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