Zehnjährige nach Unfall gestorben

Erstellt am 23. November 2022 | 11:40
Lesezeit: 3 Min
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Kerzen nahe der Unfallstelle geben traurige Gewissheit. Das Mädchen hat den Unfall leider nicht überlebt.
Foto: Bertie Unger
Der Ruf nach einem Verkehrskonzept in Oberschützen wird lauter. Eine 30er-Zone wird wohl zuwenig sein.
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Das Mädchen, das vergangene Woche in Oberschützen von einem Auto erfasst wurde, ist gestorben. Die Polizei hatte gleich nach dem Unfall gemeldet, dass die Zehnjährige den Unfall nicht überlebt hätte, doch diese Meldung war falsch.

„Aber es war keine Falschmeldung der Polizei“, erzählte ein Polizist, der ein paar Tage später nahe der Unfallstelle seinen Dienst versah. „Die Meldung kam aus dem LKH Graz. Die Polizei trifft da keine Schuld, das muss schon auch mal gesagt werden“.

Psychologische Betreuung im Wimmer Gymnasium

Am Mittwoch kam die Nachricht vom Tod des Mädchens, am Gymnasium der Zehnjährigen wurde sofort psychologische Betreuung angeboten. Oberschützens Bürgermeister Hans Unger sieht sich mit dem Ruf nach einem Verkehrskonzept konfrontiert. Das wird schon seit Jahren diskutiert „Es stimmt, dass es Diskussionen gab, es gab auch einige Konzepte“, sagt Hans Unger.

„Das war schon vor meiner Zeit, ich war aber schon bei Verkehrslandesrat Heinrich Dorner und wir werden versuchen, verkehrsberuhigende Maßnahmen zu setzen“, so Unger. Doch ob eine „30er-Zone“ in Kombination mit Bodenmarkierungen reicht, das sei dahingestellt.

In Oberschützen gibt es mehr Schüler als Einwohner. Die Frequenz am frühen Morgen und gegen Mittag ist enorm und zwei Bushaltestellen liegen direkt an der Durchzugstraße. Das ist keine Ideallösung. „Das wurde ebenfalls schon angedacht, ist aber aus finanziellen Gründen nicht machbar“, sagt Oberschützens Ortschef.

Kein Kommentar aus der Bildungsdirektion

Aus den Schulen ist zum Verkehrskonzept kein Statement zu bekommen, auch Bildungsdirektor Heinz Zitz gibt sich wortkarg. „Kein Kommentar. Das liegt nicht in unserer Kompetenz“, heißt es aus Eisenstadt.

Doch Verkehrserziehung ist kein Kinderspiel. „Wir sind da alle gefragt“, sagt Hans Unger. „Eltern, Schüler, Lehrer, Polizei und Politiker“. Und das ist nachvollziehbar. Denn der riskanteste Teil des Schulwegs, liegt direkt vor der Schultür, oder in unmittelbarer Umgebung.

Das Mädchen hatte eine Freundin zum Busparkplatz gebracht, lief dann zurück in Richtung Bundeskonvikt. Ein Alkotest beim Lenker verlief negativ. Laut Augenzeugen war er auch mit ordnungsgemäßem Tempo unterwegs.

Der Schock sitzt klarerweise tief. Kerzen an der Unfallstelle und vor der Schule des Mädchens signalisieren die Fassungslosigkeit und Ohnmächtigkeit. Das zu verarbeiten wird dauern, denn dieser Unfall hätte auch durch das beste Verkehrssystem nicht verhindert werden können. Dafür ging alles viel zu schnell.

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