Ärzteförderung: Stadt lenkt jetzt ein

Erstellt am 17. November 2022 | 05:21
Lesezeit: 3 Min
Arzt Symbolbild
Foto: Syda Productions/shutterstock.com
Zwischen 50.000 und 100.000 Euro pro Jahr will die Stadtgemeinde Oberwart als finanzielle Unterstützung für Mediziner bereitstellen. Einen Leitfaden will man in den nächsten Monaten ausarbeiten.
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Die Gesundheitsversorgung muss auch weiterhin gewährleistet bleiben, da sind sich ÖVP und SPÖ einig. Einig ist man sich in der Zwischenzeit auch darüber geworden, Mediziner, die sich in der Stadt niederlassen, Förderungen in Aussicht zu stellen.

Die Vorgeschichte ist schnell erzählt: Insgesamt elf Mal war eine Kassenstelle für Allgemeinmedizin seit dem Frühjahr ausgeschrieben. Die letzte Ausschreibung ist in der Vorwoche abgelaufen und blieb, so Thomas Bauer von der Ärztekammer, abermals erfolglos. Besagte Stelle wird in den nächsten Tagen erneut ausgeschrieben, zum zwölften Mal!

Die Lage ist prekär, attestieren auch die verbleibenden drei Kassenmediziner in der Stadt. Jene Mediziner müssen sich die Patientinnen und Patienten, die durch die geschlossene vierte Kassenpraxis ohne Hausarzt dagestanden sind, jetzt aufteilen, was zu einer enormen Belastung führe, die nicht lange mehr bewältigbar sei.

Die Stadtgemeinde Oberwart war bislang eine von vielen Gemeinden im Burgenland, die Ärzte nicht gefördert hat. Darum haben jene Mediziner, die sich neu angesiedelt haben, auch die Landarztförderung des Landes nicht auslösen können, was der Stadt viel Kritik eingebracht hat.

Eine Situation, die man sicherlich unterschätzt habe, gibt auch Stadtchef Georg Rosner (ÖVP) zu. Das Hauptproblem für den Medizinermangel sieht er trotzdem bei der Gesundheitskasse, die „für bessere Tarife sorgen muss“, ist Rosner überzeugt. „Trotzdem müssen wir einlenken und das tun wir jetzt auch“, spricht der Stadtchef von erstmaligen Förderungen im Jahr 2023.

Darauf habe vor allem die SPÖ gepocht, heißt es von Fraktionssprecher Christian Dax. Zwischen 50.000 und 100.000 Euro will man dafür im Haushaltsvoranschlag für 2023 vorsehen.

Das sei, so Dax, fix. Die Förderrichtlinien sollen allerdings kein Schnellschuss sein, erklärt Rosner wiederum. „Hier wird der Gesundheitsausschuss beauftragt, ein Konzept zu erarbeiten“, erklärt Rosner, der sich auch mit der Ärztekammer über künftige Ausschreibungen von Kassenstellen austauschen möchte. „Hier muss dann schon darauf hingewiesen werden, dass die Stadt die Ansiedlung dementsprechend fördert“, stellt der Ortschef in Aussicht.

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