Ärztemangel: Suche nach dem richtigen Rezept

Erstellt am 24. Februar 2022 | 05:49
Lesezeit: 2 Min
Arzt Symbolbild
Foto: Fotoart by Tommy Weiss_pixelio.de
Eine bald unbesetzte Kassenstelle könnte einen Versorgungsmangel in der Stadt mit sich bringen. Allgemeinmediziner hoffen auf baldige Besetzung. Die Stadt will vorerst keine finanziellen Anreize schaffen.
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Die Ärztekammer Burgenland sprach in der Vorwoche von einer „brenzligen“ Lage, weil eine vierte Ausschreibung einer Kassenarztstelle für einen Allgemeinmediziner in der Stadt erfolglos blieb. Aktuell ist die Stelle zum fünften Mal ausgeschrieben, die Wahrscheinlichkeit, dass man die Besetzung bis zum 1. April schaffe, ist mittlerweile nicht mehr gegeben.

Um die medizinische Versorgung weiterhin zu gewährleisten, müssen sich die drei verbleibenden Kassenärzte die PatientInnen aufteilen. Dass die Arztsuche derzeit „verzweifelt“ scheint, merken eben auch diese Mediziner schon.

Gemeindeärztin und Allgemeinmedizinerin Ilse Frühwirth erklärt: „Wir merken natürlich schon, dass sich Patientinnen Sorgen machen, dass die Versorgung durch den kurzzeitigen Wegfall einer Stelle, eingeschränkt werden könnte. Dazu gibt es aber keinen Grund. Jeder, der eine Behandlung braucht, wird diese auch weiterhin bekommen. Auch wenn es schwierig ist, dass man das ohnehin schon hohe Patientenaufkommen noch steigern muss, wird das funktionieren“, garantiert Frühwirth, die aber sehr wohl auf eine baldige Besetzung der vakanten Stelle hofft.

„Das kann langfristig allerdings nur dann passieren, wenn auch die Rahmenbedingungen für Mediziner passen. Ein Kassenvertrag ist für einen Mediziner nicht so attraktiv, wie eine Anstellung. Die Honorare sind viel zu gering und das Risiko als Selbstständiger zu hoch“, meint Frühwirth. Thema ist der drohende Mangel an Allgemeinmedizinern auch in der Stadtpolitik. Während Stadtchef Georg Rosner (VP) sich eine finanzielle Unterstützung für Mediziner „noch nicht vorstellen“ kann, will Frühwirth, die auch VP-Stadträtin ist, über gewisse Anreizmodelle nachdenken.

Hans Peter Hadek: „Stadt hat vorgesorgt“

Währenddessen spricht VP-Vizebürgermeister Hans Peter Hadek von „kurzsichtiger SPÖ-Gesundheitspolitik“ und fordert das Land auf, entsprechende Rahmenbedingungen zu schaffen. Die Stadt, so Hadek, habe vorgesorgt, damit bei Wohnungsbauten auch Ordinationen mitgeplant werden.“

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