Alfred Masal ist "Feuer und Flamme" für sein OHO

Alfred Masal leitet das Offene Haus Oberwart seit 15 Jahren. Über perfektes Licht, Verantwortung und Kunst in der Kunst.

Vanessa Bruckner Erstellt am 25. Juli 2019 | 12:17
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„Veranstaltungen machen viele, aber eine Veranstaltung im OHO ist ein Erlebnis.“ Der Chef des Hauses, Alfred Masal, liebt es nach wie vor bei Produktionen in seinem Haus auch kreativ mitzuarbeiten.
Foto: Vanessa

Dass er aus Vorarlberg stammt, kann man hören, sobald Alfred Masal zu sprechen beginnt. Dass er für die Kunst, die Vielfalt der Kulturen und vor allem für sein OHO brennt, hört man auch schnell. 1959 in Dornbirn geboren, kommt Masal mit dem Zivildienst erstmals ins Burgenland. Über 40 Jahre später ist er immer noch da.

OHO, der Alfred!

Was viele, die Alfred kennen, vielleicht nicht wissen: dass er neben seiner Tätigkeit als Geschäftsführer von Oberwarts bekanntester Kunststätte, die heuer ihren 30. Geburtstag feiert, auch noch mit mehreren Familienmitgliedern zusammen eine kleine biologische Landwirtschaft in seiner Heimatgemeinde Zahling betreibt.

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BVZ

Das „Licht“ wies ihm schließlich den Weg nach Oberwart. „Ich habe damals in Wien studiert und einen Aushilfsjob als Lichttechniker in der Josefstadt angenommen. Die richtige Beleuchtung, Bühnenbilder und die Kraft dahinter, all das hat mich sofort fasziniert und bis heute nicht losgelassen“, erinnert sich der 60-Jährige, der – mit einem fotografischen Gedächtnis ausgestattet – stets in Bildern lernt und denkt.

„Peter Wagner hat mich 1992 gefragt, ob ich bei einer Produktion mitarbeiten möchte. Ich habe im OHO dann schnell die Technik übernommen, und als 2004 eine neue Geschäftsführung für das Haus gesucht wurde, hab mich getraut und ja gesagt“, schmunzelt Masal.

„Das OHO wird es auch in 30 Jahren noch geben. Es stellt sich den Inhalten dieser Welt. Die Welt braucht Institutionen wie das OHO, ohne Kunst würde die Gesellschaft einfrieren.“ Alfred Masal, Geschäftsführer

Der aufgeräumte Schreibtisch seiner Vorgängerin habe ihn anfangs ebenso irritiert wie die südburgenländische „schaun ma mal“-Mentalität. „Typisches Chefgehabe liegt mir fern, und als ich erkannt habe, das ‚schaun ma mal‘ als einen Entscheidungsprozess zu betrachten, begann meine kulturelle Entdeckungsreise durch das Burgenland und meine Arbeit als Geschäftsführer vom OHO erst so richtig.“

Das Offene Haus Oberwart sei, so der Chef, „kein Haus, das seinen Fokus auf ein Massenpublikum legt. Zeitgenössische künstlerische Beiträge in der Kulturlandschaft des Burgenlandes gilt es zu finden und zu unterstützen, aber genau das ist das Spannende an meinem Job.“ Einfacher sei die Leitung des OHO mit den Jahren nicht geworden. „Wir sind mit dem Staatspreis für zeitgenössische Kunst ausgezeichnet worden. Dieses Niveau, diesen Anspruch zu halten, ist eine von vielen Herausforderungen und der ewige Kampf um die Finanzen macht manchmal auch müde“, gesteht Alfred Masal.

Und trotzdem ist er sicher: „Das OHO wird es auch in 30 Jahren noch geben. Es stellt sich den Inhalten dieser Welt. Die Welt braucht Institutionen wie das OHO, ohne Kunst würde die Gesellschaft einfrieren.“

Und das OHO wiederum braucht einen Chef wie Alfred Masal. Der wiederum denkt auch hier schon weiter. „Bis zu meiner Pensionierung ist es nicht mehr so lange hin. Es wäre wichtig, die Nachfolge bald zu klären und vor allem aufzubauen. Als Geschäftsführer vom OHO bist du ein Ermöglicher der Kunst. Eine verantwortungsvolle Aufgabe, da muss man reinwachsen, um daran zu wachsen“, so Masal abschließend. Und er muss es ja wissen.