Biomasseheizkraftwerk: Versuchsbetrieb genehmigt!. Die BIO-Brennstoff GmbH, seit 1.1.2018 Eigentümerin des Biomasseheizkraftwerks in Oberwart, erhielt von der BH Oberwart - nach eingehender Prüfung durch die zuständigen Sachverständigen des Landes Burgenland - die Genehmigung zur Durchführung eines neunmonatigen Versuchsbetriebes.

Von Redaktion bvz.at. Erstellt am 07. August 2019 (09:11)
Bio-Brennstoff
DI Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff GmbH: Wir freuen uns, dass wir durch die engagierte Zusammenarbeit aller Sachverständigen in den vergangenen Monaten ein Konzept erarbeiten konnten, das alle Wünsche der Experten auf Landes- und Gemeindeebene erfüllt und somit allerhöchsten technischen Standards gerecht wird".

 

Am 12. August starten die Adaptierungsarbeiten und Umbauten mit Investitionen in Höhe von rund 3 Millionen Euro. Mit Jahresanfang 2020 wird der Versuchsbetrieb zur Herstellung von Biogas aus Reststoffen der Altpapieraufbereitung starten.

"Wir freuen uns, dass wir durch die engagierte Zusammenarbeit aller Sachverständigen in den vergangenen Monaten ein Konzept erarbeiten konnten, das alle Wünsche der Experten auf Landes- und Gemeindeebene erfüllt und somit allerhöchsten technischen Standards gerecht wird", so DI Eberhard Reil, Geschäftsführer der BIO-Brennstoff GmbH.

Versuchsbetrieb mit strengen Vorgaben
 

Nach den ersten Projektankündigungen Anfang 2018 hatte Landeshauptmann Hans Peter Doskozil eine breite öffentliche Diskussion initiiert, für die nötige Einbindung der Bevölkerung gesorgt und den früheren Umweltanwalt Mag. Hermann Frühstück als externen Berater beigezogen. Dadurch kam es zu einer Neuausrichtung des Projektes, bei dem von Landesseite überdies auch der frühere oberösterreichische Umweltanwalt DI Dr. Johann Wimmer und der amtierende burgenländische Umweltanwalt DI Dr. Michael Graf eingebunden wurden.

"Auf dieser Basis hat die BH Oberwart nach gründlicher Prüfung einen Bescheid für einen neunmonatigen Versuchsbetrieb erlassen der einen klaren Rahmen und strenge Vorgaben - vor allem in emissions-, bau- und abfalltechnischer Hinsicht - definiert", betont Mag. Hermann Frühstück.

Durch diese Vorgangsweise sei sichergestellt, dass es im Rahmen des genehmigten Versuchsbetriebes keine Beeinträchtigung der Anrainer und der Umwelt geben wird, so der frühere Landesumweltanwalt Frühstück: "Bei plangemäßer Ausführung und bei Einhaltung aller Auflagen kann der Versuchsbetrieb ohne Bedenken durchgeführt werden. Es ist gewährleistet, dass die Emissionen nach dem Stand der Technik begrenzt sind und keinerlei Gesundheitsrisiko besteht.

Auch eine unzumutbare Belästigung durch Lärm, Geruch, Rauch, Staub oder in anderer Weise ist ausgeschlossen. Uns war auch wichtig, dass Umweltanwaltschaft und - wie von der Bio-Brennstoff GmbH vorgeschlagen - das Umweltbundesamt permanent als Kontrollinstanz dabei sind - das garantiert die nötige Transparenz und Objektivität des Versuchsbetriebs."

Bio-Brennstoff
Das Projekt Biomasseheizkraftwerk Oberwart: Die rot, blau und grün eingefärbten Bauteile veranschaulichen wo in den nächsten Wochen Adaptierungs- und Umbauarbeiten vorgenommen werden, ehe der Versuchsbetrieb startet.<br /><br /> 



LAbg. Georg Rosner, Bürgermeister von Oberwart: "3 Millionen Euro werden in unserer Stadt investiert, um mit einem innovativen Verfahren Produktgas herzustellen. Wir unterstützen Unternehmen, die sich in Oberwart ansiedeln möchten und sehen uns als starken Partner der Wirtschaft. Es freut uns, dass alle Bescheide und Untersuchungen ein positives Ergebnis haben und der Versuchsbetrieb starten kann. Für mich als Bürgermeister war und ist es wichtig, dass die Bürger/-innen von Oberwart und der umliegenden Gemeinden umfassend informiert werden. Ich habe vollstes Vertrauen in die Behörden, Experten, Sachverständigen und die strengen österreichischen Umweltauflagen, dass es zu keinerlei Beeinträchtigungen der Bürgerinnen und Bürger in unmittelbarer Umgebung kommen kann. Ich habe auch immer gefordert, dass die Rahmenbedingungen passen müssen und für die Bevölkerung keine Belastung entstehen darf."



Projekt und Nutzung im Detail

Am 26. März 2019 wurde für die Dauer von neun Monaten Betriebszeit die Genehmigung zum Versuchsbetrieb erteilt. Aus Transparenzgründen werden die Umweltanwaltschaft und das Umweltbundesamt begleitend in die Überwachung des Versuchsbetriebes eingebunden. Die Anlage wird bereits für den Versuchsbetrieb revitalisiert und folgendermaßen erweitert: Eine Rauchgasreinigung nach dem neuesten Stand der Technik sowie eine kontinuierliche Emissionsmessung werden installiert. Die Kosten dafür belaufen sich auf insgesamt 3 Millionen Euro.

Im Vergleich zu dem vorherigen Betrieb werden die Emissionen durch diese Maßnahmen deutlich gesenkt. Bei der Planung und der bevorstehenden Umsetzung des Projektes werden Baufirmen und Experten aus der Region beteiligt sein.

Die ursprünglich als Kraft-Wärme-Kopplung konzipierte Anlage wird zunächst mit Biomasse (Holzhackschnitzel) in Betrieb gehen um eine Referenzmessung vorzunehmen. In jeder Betriebsphase folgt eine permanente und transparente Überwachung des Anlagenbetriebes. In einem nächsten Schritt werden Reststoffe aus der Papiererzeugung eingesetzt.

"Das Biomassekraftwerk Oberwart dient der Erzeugung eines Produktgases mit hohem Wasserstoffgehalt, das bisher für die Strom- und Fernwärmeerzeugung verwendet wurde. Dieses Produktgas soll in Zukunft in erster Linie zur Herstellung eines schnell abbindenden Baustoffes genutzt werden. Sollte der Versuchsbetrieb erfolgreich sein, wird das Genehmigungsverfahren zur Überführung in den Normalbetrieb 'Produktgaserzeugung' fortgesetzt. Für die Herstellung des Baustoffes ist darüber hinaus ein neues, eigenständiges Genehmigungsverfahren nötig", erläutert Eberhard Reil.

"Auf Initiative von LH Hans Peter Doskozil wurde zuletzt auch ein Runder Tisch eingerichtet, der sicherstellen soll, dass alle politischen Parteien in Oberwart und - neben den externen Beratern des Landes - auch der amtierende Umweltanwalt DI DR. Michael Graf in die weiteren Schritte einbezogen werden. Der Landeshauptmann lege Wert auf größtmögliche Transparenz und eine umfassende Einbindung der Öffentlichkeit", so Hermann Frühstück.